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Geschrieben von Lena am 06.09.2015 um 08:33:

  Paddock = Reitplatz

Ich plane im Frühjahr 2016 einen Paddock zu bauen, da dann meine zwei Pferde zu mir "hinters Haus" ziehen. Nun kam ich auf die (wahnwitzige?) Idee, den Paddock 20 x 20 m anzulegen und auch zum dressurmäßigen Reiten / Bodenarbeit zu nutzen.
Die Pferde haben eine Laufbox und können selbständig zwischen dieser und dem Paddock wählen. Die Pferde stehen also täglich auf der Paddockfläche. Zusätzlich käme ca. 2-3 pro Woche die Nutzung als Reitplatz.
Ist das machbar? Gibt es Firmen, die mich beraten können? Wie muss der Boden aufbereitet werden, um ihn als Paddock und als Reitplatz nutzen zu können? Hat jemand von euch vielleicht genau so eine Konstruktion bei sich zu Hause und kann mir Erfahrungen mitteilen?



Geschrieben von Atli am 06.09.2015 um 11:46:

 

Pferde am Haus halten ist super Augenzwinkern

Aaaaber darfst du das auch? Darfst du einen Paddock/Reitplatz bauen?
Immer aufpassen, dass keine schlafende Hunde geweckt werden ...

Viele Grüße aus der Eifel
Astrid



Geschrieben von Lena am 06.09.2015 um 13:44:

 

Keine Sorge, Atli: Mit dem Bauamt bin ich seit Monaten in Kontakt. Die Bauanfrage wurde genehmigt und damit steht zumindest der Pferdehaltung rechtlich nichts mehr im Wege.
Bleibt die Frage: Nur Paddock bauen (und später zusätzlich was zum Reiten) oder eine Kombi aus Paddock und Reitplatz!?
Hm... okay, wenn ich genauer drüber nachdenke, bewilligt mir der Baubescheid nur den Bau einer bis zu 250 qm großen Außenfläche zur Haltung von Pferden. Aber wenn ich da ab und zu mal drauf reite, weil die Außenfläche rein zufällig sehr guten Reitboden hat!? großes Grinsen



Geschrieben von yrja am 06.09.2015 um 15:31:

 

In der Schweiz ist das gang und gäbe, weil Reitplätze für Selbstversorger sehr selten bewilligt werden...

Während bei uns also teilweise sogar mit Luftbildern nach unbewilligt gebauten RP gesucht wird, kümmert sich um einen zeitweise zum Reiten genutzten Platz eigentlich keiner...

Was ich von daher auf jeden Fall weiss ist, dass es kein Problem ist, einen Platz so zu bauen, dass er doppelt genutzt werden kann. Ich glaube, man baut dann quasi einen normalen RP und muss ihn einfach etwas öfter/besser pflegen.



Geschrieben von Akino am 06.09.2015 um 19:18:

 

Vorab - ich hab noch nie einen Stall/Paddock gebaut.

Fragen die bei mir auftauchen wären:

Wo hin mit dem anderen Pferd, wenn das eine geritten wird?

Was für eine "Art" Reitboden schwebt dir vor, eher Ovalbahnmäßig fest oder eher Dressurplatzmäßig tief?

Ich glaube nicht, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist. Spontan fällt mir "Das Matsch-buch für Pferdehalter" ein, da gehts ausführlich um Bodenbefestigung - vielleicht kannst du irgendwo mal reinblättern.

Es gibt noch mehr Bücher zum Thema, ich hab natürlich nicht alle gelesen, aber Ingolf Bender äußert sich im "Pferdehaltung" Buch zur Bodenbefestigung, das lohnt sich mal reinzuschauen, aber kaufen würd ichs speziell zu dem Thema nicht (bei amazon kann man reinlesen), vom fn-Verlag gibts was zum Thema "Orientierungshilfen Reitanlagen- und Stallbau", kenn ich aber persönlich nicht, und vom Cadmosverlag gibts ein Buch "Für Pferde umbauen", das ich aber persönlich auch nicht kenne.

Firmen gibts bestimmt, die verlangen aber sicher Geld (und wollen möglicherweise auch ihr spezielles eigenes System verkaufen).

Ich würde mir das entsprechende Wissen "Was muss ein Reitplatz können" und "Was muss ein Paddock können" anlesen und dann schauen, ob du das bei deinen Lage/Boden/Witterungsverhältnissen irgendwie unter einen Hut kriegst.



Geschrieben von rivera am 06.09.2015 um 22:30:

 

ich kenne leute, die das genau so schon machen. ich würde den paddock dann so gestalten, dass ich mit einfachen mitteln einen teil absperren kann und dann auf einem teil ungestört reiten kann, während ein teil des paddocks für das andere pferd bleibt.
es ist immerhin auch erheblich günstiger, als beides parallel einzurichten.
für gangpferde ist ja ein tiefer dressurplatz sowieso nicht so gut, da wirst du schon eine lösung finden, die zum reiten und als paddock taugt, je nach den bedingungen vor ort kommen da bestimmt mehrere lösungen in betracht.



Geschrieben von Velvakandi am 06.09.2015 um 22:36:

 

Für das zweite Pferd steht ja während der Reitzeit auch eine Laufbox zu Verfügung. Ich würde Pferd zwei einfach einsperren wenn ich Pferd eins reiten will fröhlich



Geschrieben von georgia am 07.09.2015 um 08:05:

 

Wir haben das so geloest. Der Reitplatz ist in den Offenstall integriert und wird bei Bedarf durch ein Tor abgetrennt. Allerdings haben wir auch keinen allzu exklusiven Reitplatzboden.....und wir misten 2 mal am Tag ab.



Geschrieben von Atli am 07.09.2015 um 08:53:

 

Hey, da hast du ja Glück, dass du eine Genehmigung für den befestigten Paddock hast Freude

Ich denke mal, dass sich ein normaler Paddockbelag mit Sand oder Lava (habe ich) auch zum Reiten eignet. Du nutzt den Platz ja nicht so intensiv wie eine Reitschule etc. Beim Toben mit plötzlichen Stops etc. wird der Boden sicherlich mehr gefordert großes Grinsen

Viele Grüße aus der Eifel
Astrid



Geschrieben von Lena am 07.09.2015 um 09:26:

 

Das ist ja klasse, wie viel Resonanz ich hier bekomme – vielen Dank euch schon mal!

Während ich Pony 1 reite, kommt Pony 2 entweder in die knapp 20 qm große Laufbox oder auf die Weide. Ich meine, das Pony steht dann mal 1 h in der Box. Das wird es ja wohl ertragen!?

Hm… ich möchte gerne was Weicheres als Ovalbahn-Schotter. Aber auch keinen Tiefsand. Muss ich den Boden vorab irgendwie bearbeiten? Ich hab mal was gehört von Zwischenschichten und Tretschicht!? Derzeit wächst dort Gras.
@yrja: Weißt du, was die Kombi-Besitzer als Bodenbelag haben?
@Atli: Was ist denn Lava-Boden?
@georgia: Was verwendet ihr als Boden? Er muss nicht exklusiv sein. Ich möchte nur eben weder auf Schotter noch im fesselgelenktiefen Sand meine Zirkel drehen…

@Akino: Vielen Dank für die vielen Buchtipps. Ich werde mal reinstöbern. Die FN-Orientierungshilfen kenne ich bereits. Ich finde die einfach veraltet, da die letzte Auflage aus den 90er Jahren stammt und ich denke, dass sich in dem Bereich viel getan hat.



Geschrieben von yrja am 07.09.2015 um 12:41:

 

Einmal Holzschnitzel, einmal richtiger RP-Sand, einmal sowas "Normales", Kiesgrubensand oder so, kenn mich zu wenig aus.

Aber alle halt mit dem klassischen RP-Aufbau, halt mit Drainage/Tragschicht/Gefälle, Trennschicht und dann obendrauf Tretschicht.

Ich hatte mich mal eingelesen, weil ich an einem Selbstversorgerstall überlegt hatte - man findet eigentlich sehr viel dazu im Netz.

Edit sagt: Muss halt den Platz regelmässig abziehen, evtl. halt häufiger als wenn es ein Nur-RP ist (?)... Aber ob die da jetzt rumstehen oder ab und an mal spielen (oder nicht) machte meinen bisherigen Erfahrungen nach keinen riesigen Unterschied am grundsätzlichen Konzept...



Geschrieben von Lena am 07.09.2015 um 12:58:

 

Werde in einer ruhigen Stunde mal das Netz durchforsten. DEine Frage habe ich noch an dich, yrja: Wenn du gewöhnlichen RP-Sand hast, meinst du damit "gewöhnlich" für draußen oder für Halle? Gibt es Unterschiede, auf die ich achten muss?
Wöchentliches Abziehen des Platzes stört mich nicht, wenn ich dafür über einen Reitplatz verfüge. Habe sonst ab 2016 nichts...

Stelle gerade fest, dass die FN-Orientierungslinien doch nicht so alt sind. Die neuste Auflage stammt aus 2009 - dann werde ich dort auch nochmal reinschauen.



Geschrieben von josy91 am 07.09.2015 um 13:17:

 

Wir haben gerade einen richtigen Reitplatz gebaut (praktischerweise arbeitet mein Freund bei einer Firma, die Reitplätze baut).

Die ,,günstige" Variante wäre erst auskoffern, dann eine Tragschicht mit Schotter (Recyclingschotter zb ist günstig). Diesen Schotter fest fahren bzw einplanieren. Wichtig ist dass man am Schotter nicht spart, wenn dieser nämlich keine Tragschicht bildet, dann mischt sich später der Schotter mit dem Sand.
Ist der Schotter fest gefahren kann man Reitplatzsand drauf machen. Der Reitplatzsand zb. von Stresan (Kirchellener Sand) hat den Vorteil, dass das Wasser Oberflächlich abläuft und der Sand nicht einfach weg schwimmt. Zudem setzt sich der Sand sehr gut, so dass man zum reiten nicht so tiefen Boden hat. Es sollten aber schon eine Schicht von 10cm Sand drauf sein. Es gibt auch beim Reitplatzsand Unterschiede, kann man sehr gut bei Kirchellener Sand nachschauen bzw beraten lassen. Teilweise ist der Sand mit Holzhäcksel gemischt, damit er nicht zu fest wird.
Hast du das nötige Kleingeld (aber dass machen hier in der Umgebung (NRW - kreis Warendorf) nicht mal große Reitställe mehr, kommt eine Trennschicht Lava zwischen Schotter und Sand.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Platz und auch nach viel Regen kann ich gut darauf reiten und Pferde drauf laufen lassen ist auch kein Problem
Aber auch diese günstige Variante ist nicht ganz günstig, da eine Mulde von diesem Sand schon ca bei 700 Euro liegt.

Wichtig wäre auch, dass du diesen Auslauf/Platz auch pflegst und abziehst und ein Gefälle von 1,5% wäre auch gut für den Wasserabfluss.



Geschrieben von Lind am 07.09.2015 um 13:33:

 

Wir haben Reitplatz und Paddock im Prinzip gleich gebaut, auch wenn wir den Paddock nicht als Reitplatz nutzen.
Unten ist bei uns Schotter-irgendwas gemisch. Das hat grad gut gepasst, weil bei uns die Straße neu gemacht wurde und alles, was unter der Straße raus kam, kam bei uns als Untergrund rein. Hat uns die Baufirma dann kostenlos planiert und gerüttelt, weil sie froh waren, dass sies nur 200m fahren mussten.
Darauf haben wir Ecorasterplatten verlegt. Im Paddock ist darauf eine ganz dünne Sand-Erdschicht. Lässt sich super abmisten.
Im Reitplatz ist eine dickere Sandschicht. Lässt sich nicht ganz so gut abmisten, geht aber auch. Auslauf und Reitplatz sind auch nach tagelangem Regen immer nutzbar. Wenns ganz lang, ganz viel regnet kann es sein, dass mal für 3 - 4 Stunden etwas Wasser auf dem Reitzplatz steht. Das kommt aber äußerst stelten vor.



Geschrieben von yrja am 07.09.2015 um 13:46:

 

Trennschicht ist wichtig, weil sich sonst die Drainage zusetzt. Aber da gibts wahrscheinlich preislich verschieden erschwingliche Varianten. Teuer ist bekanntlich nicht immer besser Augenzwinkern

Ich weiss nicht, was genau für ein Sand das jeweils war, weil ich ja eben nur Einstellerin bzw. Mit-SV war, aber ohne Verantwortung für die Infrastruktur.



Geschrieben von josy91 am 07.09.2015 um 14:03:

 

yrja
jetzt musst du mir mal erklären wofür eine trennschicht bei Drainage wichtig ist, vlt steh ich da gerade auf den Schlauch

Bei uns ist keine Drainage unterm Reitplatz (auch als wir letztens hier wirklich alles unter Wasser stehen hatten 140liter pro qm Regenfall war der Reitplatz ein paar Stunden nach dem Regen top), wir haben aber mal vor Jahren Drainage in unsere Wiese gelegt, weil die Teilweise sehr nass war. Da wurde einfach ein Rohr in die Erde gebuddelt bis zum Graben, Loch zu fertig
Ab und zu spülen wir die Drainage



Geschrieben von Lena am 07.09.2015 um 14:11:

 

Hm... Lind... da bringst du mich auf eine Idee mit den Ecorasterplatten. So etwas habe ich im derzeitigen Selbstversorgerstall liegen (allerings sichtbar auf der Bodenoberfläche). Und die Platten finde ich persönlich echt genial, weil einfach zu verlegen und später leicht zu säubern. Habe mich eben auf deren Homepage schlau gemacht: Die bewerben die Platten auch für den Reitplatzbau.

Ist es möglich: Einen Teil Erdreich ausheben (=auskoffern, josy91?), Schotter, Ecorasterplatten, Reitbodensand?
Lägen die Platten fest im Schotter? Ich hab die bisher nur auf der unbehandelten Matsch-Wiese-Oberfläche verlegt und da hat der Matsch dafür gesorgt, dass nichts verrutscht.

Mein Reitplatz darf gerne mal unter Wasser stehen. Wie gesagt: Ich will nicht den Profiplatz errichten, sondern nur was Vernünftig-Praktikables haben, um auch mal dressurmäßig vom Sattel / vom Boden arbeiten zu können.



Geschrieben von Lena am 07.09.2015 um 14:13:

 

Wie viel cm Schotter- und wie viel cm Sandschicht sollte ich denn grob rechnen?



Geschrieben von yrja am 07.09.2015 um 19:14:

 

*g* josy, ich bin halt "nur" Bauingenieurin (und erst noch eine ohne jahrelange Erfahrung), und hab von der Reitplatzpraxis - wie wiederholt erwähnt - ehrlich gesagt keine Ahnung.

Ist doch super, wenn es auch ohne Trennschicht klappt smile



Geschrieben von Hoan am 07.09.2015 um 22:14:

 

Gute Erfahrungen hat eine Freundin mit speziellen Paddockplatten und einer Sandauflage. Sie nutzt ihr Reitpaddock regelmäßig. Abäppeln ist aber absolute Pflicht.


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