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Geschrieben von Pony007 am 02.09.2016 um 11:45:

  Reitbeteiligung an Islandpferd (Kosten, Verpflichtungen)

Hi zusammen,

wer hat eine RB auf einem Islandpferd bzw. wer kennt sich mit einer RB aus?
Mich würde es interessieren, was die Verpflichtungen/Kosten sind:
- Wie oft darf man reiten?
- Muss ich das Pferd füttern?
- Muss man im Stall helfen (Offenstall)?
- Was darf eine RB im Monat kosten?
- Wer haftet bei einem Sturzt o. wenn das Pferd sich beim Ausritt verletzt?

Habe noch keinerlei Erfahrung mit RB, würde aber gerne eine machen. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir einiges über eine RB erzählen könnt.



Geschrieben von Baron am 02.09.2016 um 11:56:

 

Es gibt keine einheitliche Regelung, alles ist Verhandlungssage und kommt darauf an was der Pferdebesitzer und die Reitbeteiligung absprechen..... Am besten macht man einen schriftlichen Vertrag, dann kann man später nochmal nachlesen.

Bisher haben alle meine Reitbeteiligungen (ich bin Pferdebesitzer) 2-3x pro Woche an vorher vereinbarten Tagen mein Pferd nutzen dürfen.
Dafür wurde die Stallmiete auf diese Tage umgerechnet.
Beispiel: Miete 150Euro im Monat --> Pro Tag kostet es 10 Euro --> Die RB musste pro Woche 10/15 Euro zahlen
Außerdem für den Tag den Arbeitsanteil, ich habe z.B. immer selber gemistet udn gefüttert und im Winter musste auch Wasser gegeben werden.
Den Putzplatz kehren und Äpfel vom Reitplatz entfernen ist natürlich auch Pflicht ;-)

Manchmal wird zusätulich zu den Stallkosten auch die allgemeinen Kosten (Schmied/Tierarzt (Wurmkur/Impfung) oder Zusatzfutter) auf die Reitbeteiligung angerechnet.



Geschrieben von Pony007 am 02.09.2016 um 12:18:

 

Danke für deine Nachricht.
Also so grob könnte man sagen, dass eine RB pro Monat 60-75 € kostet.
Habe übers Internet eine RB (auch ein einem Islandpferd) gefunden, die 100 € im Monat kosten soll.
Ist ein solch hoher Preis gerechtfertigt für eine RB? Wie oft man reiten darf, stand da allerdings nicht. unglücklich



Geschrieben von hochelfe am 02.09.2016 um 12:24:

 

Zitat:
Original von Pony007
Habe übers Internet eine RB (auch ein einem Islandpferd) gefunden, die 100 € im Monat kosten soll.
Ist ein solch hoher Preis gerechtfertigt für eine RB? Wie oft man reiten darf, stand da allerdings nicht. unglücklich


Naja, wenn der Stall vielleicht schon 250€/Monat kostet. Und du nicht misten, füttern, oder so musst, sondern nur Zeit mit dem Pferd verbringen kannst. Dann kann sowas schon gerechtfertigt sein, finde ich. Vielleicht braucht das Pferd noch einen teuren Spezial Beschlag, oder du kannst 3-4 mal die Woche reiten!?
Aber das musst du letztendlich entscheiden, wie viel du bereit bist zu zahlen. Und wie viel du mit anpacken möchtest. Da gibt es ja 1000x Möglichkeiten der Preisgestaltung.



Geschrieben von Vinja am 02.09.2016 um 12:30:

 

Ich habe eine Reitbeteiligung für meine Stute. Sie zahlt 80€ im Monat ohne Stallarbeit, darf 2-3x die Woche reiten und bekommt in einem Monat 2x RU.



Geschrieben von Velvakandi am 02.09.2016 um 12:47:

 

Der Preis für eine RB hängt von so vielen Faktoren ab, da kann man nicht sagen, 100€ sind zu viel oder zu wenig.

Ich hab ein Ponymädel (mittlerweile 11 Jahre alt und die Tochter eine Miteinstellerin) für meinen Isiwallach, die reitet fest einen Tag in der Woche - da hat sie Reitunterricht auf meinem Pony - darf aber nach Absprache auch weitere Tage reiten oder ihn einfach nur betüddeln, je nachdem wie sie mag und wie es bei uns beiden zeitlich paßt. Sie zahlt dafür gar nix. Dafür habe ich die absolute Gewißheit, dass sie mein Pferd an diesen Tagen gut versorgt (er ist Sommerekzemer, der Pflegeaufwand ist also etwas höher), ihn immer gut behandelt und wenn ich selbst nicht da bin, dann hab ich ein Urlaubs-Rundherumsorglospaket, weil sie sich dann um komplett ihn und auch um mein anderes Pferd kümmert.
Das Pony ist nicht beschlagen, da fallen also keine riesigen Zusatzkosten für mehr Reittage als ich selbs auf dem Pferd sitze an. Ich habe aber wie gesagt noch ein zweites Reitpferd, mir "fehlt" dann an den Tagen an denen sie da ist also auch nicht mein reitbarer Untersatz.

Ich steh auf dem Standpunkt, dass mir als Pferdebesitzer die Reitbeteiligung mehr bringt als dass sie Leistung von mir bekommt, die sie zahlen müßte. Ich hab das Pferd nicht, um es zu vermieten an jemanden der kein eigenes Pferd hat.
Aber ich respektiere es genauso, wenn ein Pferdebesitzer sagt "ja, ich teile mein Pferd mit der RB, die zahlt mir aber dann dafür den "Nutzungsausfall" an den Tagen an denen ich wegen ihr nicht reiten kann". Ich hatte selbst jahrelang solche RB's. Im Endeffekt regelt sich der Preis über Angebot und Nachfrage. Wenn die RB mit 100€ für eure Gegend und für die "Begleitumstände" (wie oft reiten, wieviel Mithilfe wird erwartet etc.) zu teuer ist, dann wird sich keiner finden und der Pferdebesitzer wird seinen Preis vielleicht nochmal überdenken. Aber um zu wissen was zu teuer ist und was nicht, mußt du einfach viele Angebote miteinander vergleichen.



Geschrieben von Baron am 02.09.2016 um 13:00:

 

.... oftmals ist ein gutes Lehrpferd "teurer" als eins das wenig kann oder das nur bedingt einsetzbar ist.
Billig ist nicht automatisch gut und teuer nicht automatisch schlecht.

Mein aktuelles Pferd würde ich nur an jemanden zur Reitbeteiligung geben der sehr gut reiten kann und viel Erfahrung auch in Bodenarbeit besitzt. Dafür wäre es aber vermutlich kostenlos, ich bin auf das Geld nicht angewiesen würde mich aber über mehr arbeit für Herrn Pony freuen.
Würde die entsprechende Person aber den Paddock nicht abäppeln wollen (oder ähnliches) dann würde ich sie trotz gutem reiten nicht nehmen denn jemand der sich dafür zu fein ist, käme mir nicht aufs Pferd

Man kann als Pferdebesitzer und auch als Reitbeteiligung Glück haben mit dem jeweiigen gegenüber und man kann total ins Klo greifen, udn viel dazwischen :-)

Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche!



Geschrieben von Greta Cooper am 02.09.2016 um 13:00:

 

Was noch Einfluss auf den Preis haben kann:

Wie gut reitet die Reitbeteiligung?
Ich selbst habe für Reitbeteiligungen mit fortschreitenden Kenntnissen immer weniger gezahlt; zum Schluss war es umsonst (bei Mithilfe im Stall). Für mein eigenes Pferd hatte ich eine Reitbeteiligung, die etwa so gut ritt, wie ich selbst. Sie zahlte etwas weniger, als es anteilig den laufenden Kosten entsprach, musste aber nicht helfen.

Was kann sie alles mit dem Pferd machen?
Ist es z.B. ein Senior, der nur kurze, langsame Runden laufen darf, ein sehr schreckhaftes Pferd, dass man nur in der Halle reiten kann oder ein toll ausgebildetes Pferd, mit dem man auch mal ein Turnier reiten oder an einem interessanten Kurs teilnehmen kann?



Geschrieben von Yuki am 02.09.2016 um 14:21:

 

Hallo,

also bei uns sind 100 bis 150euro durchaus üblich. bei 2-3x reiten. unterricht nehmen oder nicht ist selbst zu entscheiden und meist auch nicht im preis drin.
man bedenke aber: kein stall hier kostet unter 400euro! und arbeit fällt meist nur in form von zusatzfutter geben an oder mal nachmisten. wer hier arbeit übernimmt zahlt weniger. weil das einfach mehr wert ist.

ich hatte 2 rb's habe einmal 100 und einmal 100 plus 1/2 hufschmiedkosten getragen. verletzungen der rb anzuhängen ist unüblich, außer es gibt zeugen die grob fahrlässigen umgang gesehen haben. z.b. das pferd mit sehnenschaden übern weichen boden zu hetzen und dann noch zu springen trotz ausdrücklichem verbot.

ein miteinsteller wollte einen vertrag bei dem rb jede verletzung zahlen hätte müssen, die bei ihr passiert. er hat niemanden gefunden. hätte aber auch etwa 100euro genommen.


lg



Geschrieben von Wisy am 02.09.2016 um 14:54:

 

In Schleswig-Holstein auf dem platten Land zahlt man meist 50,-€ für 2x die Woche reiten, oft muss man da auch noch misten oder andere Arbeiten übernehmen.

Je näher der Stall an einer Großstadt liegt, desto teurer wird es meist, in direkter Hamburgnähe liegt man schon viel höher.

Ich hatte längere Zeit eine RB für 100,--€, dafür hatte ich das Pferd allerdings auch (fast) wie mein eigenes, die Besitzerin kam lediglich 1x die Woche zum reiten. Das Geld sah ich durchaus ein, weil der Beschlag quasi nur für mich drauf war.
Ich hätte auch andere Pferde kostenlos reiten können, die wollte ich aber nicht reiten.

Unterricht habe ich separat genommen und nicht ausschließlich auf dem RB-Pferd, weil ich ja auch noch eigene hatte und ab und an auch gerne ein erfahrenes Schuli geritten habe.

Es gibt aber so viele Varianten, das kann man wirklich nicht pauschalisieren...



Geschrieben von stechmuecke am 03.09.2016 um 10:08:

 

ich selbst hatte auch mal eine Rb, für die ich nichts zahlen musste. das pferd habe aber nur ich geritten, ich konnte jeden tag hin und hatte recht freie hand.
Deshalb tu ich mir auch schwer, etwas zu verlangen. mir ist es wichtiger, dass sich jemand ordentlich ums Pferd kümmert und auch mal im Stall mithilft, wenn was ansteht. Aktuell habe ich keine RB für mein Pferd, was es immer richtig schwierig macht, wenn ich mal weg bin. Wenn ich aber mal (wieder) eine haben sollte, dann frage ich mich schon, ob ich nicht ein paar € dafür zahlen lasse. Das hat einen Grund: ich habe das Gefühl, das macht es wertvoller und die (meist ja eh) Teens kommen dann wirklich regelmäßig an den ausgemachten Tagen. Weil was nichts kostet ist ja auch nichts wert, da kann man dann schon mal lieber ins Freibad gehen etc. Und wenn die Zuverlässigkeit eben nicht gegeben ist, dann hat man wenigstens noch ein paar € in der Tasche.



Geschrieben von sindra am 03.09.2016 um 15:39:

 

Ich hab eine Reitbeteiligung, die jetzt 50 € für 2 mal reiten wöchentlich zahlt. Ich kann mich aber auch total verlassen und als ich vor 2 Jahren mit Pferd stürzte und mir die Schulter brach, hat sie ganz viel Arbeiten übernommen. Ich mußte nicht mal drum bitten.

Eigentlich war ihre Tochter vorher da und da mein Jungspund auch einen Reiter brauchte, ist sie jetzt eingsprungen. Die Tochter kommt ab und zu mal und zahlt dann 5 € für einen Ausritt. Für 2 Stunden ist das gar nichts, klar, aber ich bin richtig froh um die beiden.

Gibt ja mir auch etwas, nette Gesellschaft, Pferd wird bewegt und ich hab im Notfall jemand. smile



Geschrieben von Pony007 am 04.09.2016 um 17:03:

 

Danke für die vielen Antworten ihr habt mir sehr geholfen.

Hätte aber noch eine wichtige Frage: Muss der Pferdebesitzer bei einer RB einen Vertrag abschließen oder kann er selbst entscheiden ob er keine Vertrag eingehen will?



Geschrieben von Baron am 04.09.2016 um 17:07:

 

auch mündliche Absprachen zu Rechte/Pflichten und Kosten sind ein Vertrag...... nicht jeder fixiert das schriftlich.
Mir war es immer lieber auf Papier, dann kann hinterher keiner sagen dass er irgendwas nicth wußte



Geschrieben von Velvakandi am 04.09.2016 um 17:26:

 

Ob schriftlich oder mündlich würde ich auch immer davon abhängig machen, wie gut RB und Pferdebesitzer sich vorher schon kennen.


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