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Geschrieben von Sanni am 07.01.2013 um 14:26:

  Merothisches Ledergebiss

Besonders für die Langzügelarbeit hatte ich kürzlich ein merothisches Ledergebiss zum Testen geliehen bekommen.
Chief, der eigentlich relativ kooperativ bei Ausrüstung ist, fand das ganz furchtbar.
Nun war es so, dass das Gebiss eigentlich einem anderen Pferd gehört und angeblich soll es sich dann dessen Maul angepasst haben.

Auf jeden Fall hat Chief sich erst geweigert, es ins Maul zu nehmen, als es drin war hat er erst immer den Kopf geschüttelt und wollte eigentlich nur noch rückwärts laufen.
Nach knapp 10 Minuten war das Experiment beendet.

Ich habe es fest, aber nicht zu fest verschnallt. Auch hatte ich ein komisches Gefühl dabei, weil sich ja die Zunge nicht mehr richtig bewegen kann. Wie seht Ihr das?

Wie sind Eure Erfahrungen damit? Habe ich etwas falsch gemacht?



Geschrieben von Raio am 07.01.2013 um 20:42:

 

Hallo Sanni,

ich habe noch kein merothisches Gebiß benutzt, könnte mir aber vorstellen, dass es in Eurem Fall nach dem Speichel des anderen Pferdes geschmeckt hat. Schließlich lag es ja vorher länger in dessen Maul. Ich glaube, auf Experimente mit gebrauchten Ledermundstücken würde ich verzichten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine beiden es nicht gut fänden.

Gruß Beate



Geschrieben von Gosa am 07.01.2013 um 21:05:

 

Meine Schwester hat eine Araberstute, die mit einem Ledergebiss um Welten
besser zu reiten ist, als mit einem gewöhnlichen Gebiss.

Ich bin jetzt direkt etwas verdutzt, dass Chief so reagierte.

Kann aber wirklich daran liegen, dass das Gebiss schon einem anderen Pferd
gehört. Meine Schwester kaufte sich ein Neues, legte es in Öl ein und ist top-
zufrieden. Mittlerweile hat sie sich ein zweites zugelegt.

Wenn sie allerdings längere Zeit mit ihrer Araberstute stehenbleibt und mit
jemandem quatscht, kann es passieren, dass die Stute das Gebiss ausspuckt.

Für ihre Stute und sie - die beste Lösung...

Ich war auch schon mal am Überlegen, eines zu probieren fröhlich



Geschrieben von Sanni am 07.01.2013 um 21:25:

 

Zitat:
Original von Raio
Hallo Sanni,

ich habe noch kein merothisches Gebiß benutzt, könnte mir aber vorstellen, dass es in Eurem Fall nach dem Speichel des anderen Pferdes geschmeckt hat. Schließlich lag es ja vorher länger in dessen Maul. Ich glaube, auf Experimente mit gebrauchten Ledermundstücken würde ich verzichten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine beiden es nicht gut fänden.

Gruß Beate


Hi, Beate! Das könnte sein, denn es war zwar in Öl eingelegt, aber Pferde haben ja einen irre feinen Geruchssinn. Er hat sich wirklich geweigert, es ins Maul zu nehmen. Das ist höchst ungewöhnlich, denn er nimmt sonst alles ins Maul, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.



Geschrieben von Sanni am 07.01.2013 um 21:28:

 

Zitat:
Original von Gosa

Wenn sie allerdings längere Zeit mit ihrer Araberstute stehenbleibt und mit
jemandem quatscht, kann es passieren, dass die Stute das Gebiss ausspuckt.

Für ihre Stute und sie - die beste Lösung...

Ich war auch schon mal am Überlegen, eines zu probieren fröhlich


Dann schnallt sie es aber nicht am Kiefer fest? Sonst könnte sie es doch nicht ausspucken.



Geschrieben von Nugget am 08.01.2013 um 08:10:

 

Vor einigen Jahren habe ich auch ein Ledergebiss ausprobiert. Laut dem Züchter sollte mein Pferd diese mögen. Bei mir fand er dieses aber ganz doof.
Es war auch ein gebrauchtes, das ich nochmals in Öl eingelegt hatte. Habe es mehrmals ausprobiert, mal stärker mal wenigen zugeschnallt, mal mit Kopfstück mal ohne. Nugget hat immer nervös darauf rumgekaut oder sogar das Maul weit aufgesperrt. Das Experiment habe ich dann auch beendet.
Habe aber damals ehrlich gesagt nicht daran gedacht, dass er schmecken könnte, dass das Gebiss von einem anderen Pferd stammt.



Geschrieben von viertakt_sus am 08.01.2013 um 08:28:

  RE: Merothisches Ledergebiss

laut beschreibung fand ich das ledergebiss auch toll...
als es ankam war es sehr steif.
klar muss es sich noch an das individuelle pferd anpassen, aber das braucht zeit UND toleranz vom pferd ...
wenn man jetzt ein pferd hat, das sehr sensibel ist und fein im maul kann es sein, dass man diesen prozess nicht durchstehen mag/kann....
bis es sich geformt hat, drückte es bei uns auch sehr die zunge platt (lag wie eine stange im maul)

... ich würde (mal wieder) das pferd entscheiden lassen Augenzwinkern



Geschrieben von Sanni am 08.01.2013 um 08:58:

  RE: Merothisches Ledergebiss

Zitat:
Original von viertakt_sus

... ich würde (mal wieder) das pferd entscheiden lassen Augenzwinkern


Wie wahr! fröhlich
Ich habe ja auch keine Not, weil er das Snaffle ja sehr gut annimmt. Leider zieht er es gerne hoch und beißt drauf rum.
Aber dass das Ledergebiss eine steinharte Stange ist, ist mir auch schon aufgefallen. Und es muss ja die Zunge fest drücken, wenn es verschnallt ist. Bestimmt unangenehm.

Naja, Zahnkontrolle ist noch diesen Monat und es geht ja jetzt nur um die Langzügelarbeit, die ich nicht mit Hackamore machen werde.

@Nugget: Das ist auch wirklich nur eine Idee. Wenn ich mir vorstelle, mir würde so ein Ding um den Kiefer geschnallt, wäre ich auch nicht zufrieden. Anscheinend gibt es halt sensible Pferde, die damit nicht klar kommen. Bei näherer Betrachtung finde ich das Ding gar nicht mehr so ohne.



Geschrieben von Funny_Girl am 08.01.2013 um 10:17:

 

Ich hatte auch mal die Idee, für Büffel ein meroth. Ledergebiss zu kaufen, weil er ein kleiner "Lederfetischist" ist (es gab ne Zeit, da mussten viele Zügel etc dran glauben).
Also bin ich auf einer Messe an den Meroth-Stand und hab mich informiert.
Zum einen war mir der Preis dann für ein Experiment doch zu happig und zum anderen störte mich, dass man diesen Kinnriemen auch fest verschnallen sollte, wenn man das Gebiss in ein Kopfstück einschnallte.
Man pries die Maulfreundlichkeit des Gebisses und wie toll es doch die Kautätigkeit anregen würde, aber dass der fest verschnallte Kinnriemen (damit das Gebiss "optimal" im Pferdemaul liegt) faktisch die Zunge ans Unterkiefer zementiert und (zumindest für mich) damit ein Widerspruch für Maulfreundlichkeit und verbesserte Kautätigkeit ist - da gingen denen die (fundierten) Argumente aus.

Was mich auch störte (ob das jetzt auch noch so ist, weiß ich nicht), war, dass es die Dinge zwar in verschiedenen Maulbreiten gab, das Leder selbst aber immer die selbe Stärke hatte - und das konnte ich mir für ein Pferd mit kleiner Maulspalte so gar nicht vorstellen.
Es gibt sicherlich Pferde, für die dieses Ledergebiss das Optimum ist, aber eben nicht für jedes Pferd geeignet ist. Die Dinger sind ja schon lange aufm Markt, aber flächendeckend durchgesetzt hat es sich nicht, es ist nach wie vor ein "Nischengebiss".

Ich habe meine besten Erfahrungen mit Sweet-Iron- und Aurigan-Gebissen gemacht.
Diese wurden von beiden von Anfang an gerne ins Maul genommen und sie gehen auch gut auf diese Gebisse.



Geschrieben von Sanni am 08.01.2013 um 10:33:

 

Zitat:
Original von Funny_Girl
Ich hatte auch mal die Idee, für Büffel ein meroth. Ledergebiss zu kaufen, weil er ein kleiner "Lederfetischist" ist (es gab ne Zeit, da mussten viele Zügel etc dran glauben).


Genau, das war auch bei uns der Ansatz! Die Befriedigung des Auf-Leder-Herumkau-Bedürfnisses. Augen rollen

Zitat:
Original von Funny_Girl
Man pries die Maulfreundlichkeit des Gebisses und wie toll es doch die Kautätigkeit anregen würde, aber dass der fest verschnallte Kinnriemen (damit das Gebiss "optimal" im Pferdemaul liegt) faktisch die Zunge ans Unterkiefer zementiert und (zumindest für mich) damit ein Widerspruch für Maulfreundlichkeit und verbesserte Kautätigkeit ist - da gingen denen die (fundierten) Argumente aus.


Zu dem Ergebnis komme ich auch so langsam. So ganz pferdefreundlich kommt mir das nicht vor.
Leider geht es bei den "Nagetieren" nicht anders, denn wenn sie das Gebiss hochziehen können, würden sie es einfach durchbeißen, denke ich.

Dabei könnte ich mir schon vorstellen, dass ein normales Gebiss, nur aus Leder, gut ankäme.
Wisst Ihr, was fehlt? Ein flexibler Nasenriemen, der das Gebiss zwar in Position hält, aber dennoch so dehnbar ist, dass das Pferd das Maul aufsperren kann.
Sowas müsste es geben.



Geschrieben von Funny_Girl am 08.01.2013 um 13:30:

 

Meinst du sowas?

Oder hier



Geschrieben von Sanni am 08.01.2013 um 14:48:

 

Ersteres! fröhlich

Das zweite hatte ich in Natura und ist ein Riesenklotz. Dafür ist Chief's Mäulchen viel zu zart.

Die Frage ist nur, wie es in Position bleibt, damit er keinen Hackepeter daraus macht.
- ohne Sperriemen.


Nachtrag: Bei Engl wird explizit daruf hingewiesen, dass dem Pferd das Maul zugesperrt werden muss.



Geschrieben von Funny_Girl am 08.01.2013 um 16:46:

 

Zitat:
Original von Sanni
Ersteres! fröhlich

Das zweite hatte ich in Natura und ist ein Riesenklotz. Dafür ist Chief's Mäulchen viel zu zart.

Die Frage ist nur, wie es in Position bleibt, damit er keinen Hackepeter daraus macht.
- ohne Sperriemen.


Nachtrag: Bei Engl wird explizit daruf hingewiesen, dass dem Pferd das Maul zugesperrt werden muss.


Das mit dem Maul zusperren wusste ich nicht, hab den Text dazu auch nur überflogen.



Geschrieben von Raio am 08.01.2013 um 18:38:

 

Wenn es Dir primär um eine Zäumung für Langzügelarbeit geht, kann ich Dir nur wärmstens einen Kappzaum / ein Cavecon / ein kolumbianisches Bosal je nach persönlicher Vorliebe und Vorliebe des Pferdes empfehlen.

Falls es doch ein Gebiß sein soll, hat bei meinen auch eine Billy-Allen-Trense sehr gut funktioniert.

Gruß Beate



Geschrieben von Topsy am 08.01.2013 um 19:12:

 

Für die Longierarbeit mit Topsy (aber sicher auch für jede Art von Langzügelarbeit) hat sich bei mir ein ganz normales Sidepull von Loesdau bewährt. Habe eines mit einem rundgenähten Nasenriemen gewählt.

Ansonsten empfehle ich bei Gebissproblematik aus welchem Grund auch immer (Zähne dürfen natürlich NICHT der Grund sein Augenzwinkern ) ein Ky Rotary Gebiss. Das gibt es in allen Varianten von Snaffle, einfach, dobbel, Pelham, Western etc. Ich benutze ein doppelt-gebrochenes (Zungenfreiheit!). Für Walker empfehle ich ein ganz normales Ringgebiss (also kein D-Bit oder ähnliches), damit es beim Kopfnicken angenehmer für das Pferd bleibt, weil das Gebiss beweglich im Ring "rutschen" kann.
Seitdem ich das Ky Rotary benutze, geht Topsy viel lieber am Zügel, bzw. überhaupt am Zügel Augen rollen

Ein Billy Allan Gebiss war ja auch schon besser, als ein einfach gebrochenes Snaffle, aber im Gegensatz zum Ky Rotary ist das ja total grob. Bzw. ich hatte das Gefühl, wenn ich das Billy Allan länger benutze mache ich ihr feines Mäulchen kaputt. Diesen Eindruck habe ich beim Ky Rotary nicht, im Gegenteil!



Geschrieben von Funny_Girl am 09.01.2013 um 00:34:

 

Zitat:
Original von Sanni
Ersteres! fröhlich

Das zweite hatte ich in Natura und ist ein Riesenklotz. Dafür ist Chief's Mäulchen viel zu zart.

Die Frage ist nur, wie es in Position bleibt, damit er keinen Hackepeter daraus macht.
- ohne Sperriemen.


Nachtrag: Bei Engl wird explizit daruf hingewiesen, dass dem Pferd das Maul zugesperrt werden muss.


Da ist mir noch eingefallen: Hast du dir mal überlegt, die Anbieter dieser Ledergebisse anzuschreiben und nach Alternativen zu fragen?

Bei Engl hab ich früher (als er noch seinen Reitsportladen zur Sattlerei hatte) viel eingekauft, er hat Büffels Sättel angepasst und ich hab mit dem Mann echt nur gute Erfahrungen gemacht. Er ist sehr nett und er hat einen sehr guten Ruf als Sattler.
Vlt könnte er eine dünne Wassertrense (oder was du halt bevorzugst) mit Leder überziehen? Oder in das rundgenähte Ledergebiss sowas wie einen Stahlkern/seil. Die Nathe-Kunststoffgebisse haben (zumindest das, dem mein Pferd den Garaus gemacht hatte) innen auch so eine Art Stahlseil, das dem Gebiss etwas Festigkeit verleiht und drumrum ist dann der Spezialkunsstoff.
Wenn das mit Kunststoff möglich ist, dürfte es bei Leder doch auch kein Problem sein.
Fragen kostet ja nichts und vlt kommst du auf diese Weise genau zu dem Produkt, das du haben möchtest.

Weitere Möglichkeit, beim Anbieter der zweiten Gebissvariante (die für Chief zu dick ist), nachzufragen, ob es dieses Gebiss in noch anderen (dünneren) Gebissstärken gibt oder woher der Anbieter diese Spezialgebisse bezieht, dass man mal beim Hersteller nachfragt.

Das wäre zumindest der Weg, den ich wählen würde, suchte ich für mein Pferd jetzt ein solches spezielles Gebiss.



Geschrieben von Sanni am 09.01.2013 um 09:11:

 

@Raio: Ja, mit Kappzeum (deutsche Version) arbeiten wir bisher am Boden. Beim Langzügel ist er aber mittlerweile so geübt, dass wir gut auf Gebiss umsteigen können, um das zu verfeinern. Ein Billy Allen hat er auch und damit kommt er beim Reiten gut klar. Das könnte ich natürlich nehmen, ebenso wie sein Snaffle.

Es ging wirklich nur darum, ihm eine Freude zu machen, weil er so gerne auf Leder kaut. Deshalb die Idee mit einem Ledergebiss.

@Topsy: Rotary - das ist ja interessant. Das kannte ich noch gar nicht. Man lernt echt nie aus. Das wäre eine echte Alternative.
Zähne sind in den letzten 12 Monaten sogar zweimal kontrolliert worden, keine Sorge. Aber natülich zahnt er noch und das kann ihn schon mal piesacken.

@Funny_Girl: Ja, ich hatte gestern mal danach gefragt, aber dann die Antwort bekommen, dass, wenn das Pferd drauf rumbeißt, das Leder auch nur kurz halten würde. Vermutlich wäre schon nach dem ersten Ritt das Leder kaputt.
Das alles ist aber auch nicht ganz so tragisch.
Mit dem Ledergebiss war ja nur so eine Idee. Er hat ja Gebisse, die er mag.



Geschrieben von Topsy am 09.01.2013 um 12:24:

 

Ich habe wie gesagt diese doppelt gebrochene Wassertrense:

http://www.reitshop24.de/D/everline_Wassertrense_ROTARY_2008__doppelt-gebrochen_BS146005_304_952.html

Billig ist es nicht, aber sooooooo toll! Topsy kaut nach einer Weile echt gut ab auf diesem und plötzlich ist das Auftrensen und am Zügel Reiten kein Problem mehr! Dachte anfangs, dass ich weniger Kontrolle mit diesem Gebiss habe, aber dem ist nicht so! Man hat "ganz normal" völlige Kontrolle und gleichzeitig hat man sehr genaue Zügelführung mit einem guten Gefühl, dass ihr Mäulchen weich bleibt damit.

Auf Ebay gibt es die Trensen manchmal günstiger, einfach googeln!



Geschrieben von Sanni am 09.01.2013 um 12:35:

 

...schon passiert! großes Grinsen


..wobei: Auftrensen war ja nie das Problem. Chief reißt sie mir aus der Hand. Deshalb hat mich ja auch seine Reaktion auf das Merothische Ledergebiss so überrascht.



Geschrieben von muckilein am 15.02.2013 um 09:54:

 

Hallo, ich habe auch ein Merothisches Ledergebiss, aber mein Pony mag dies gar nicht. Der hat richtig angeekelt geguckt und wollte es schnellstmöglich wieder raus haben. Falls jemand noch eins haben möchte, ich würde es günstig verkaufen. Neupreis war 64,95€ ( im Juni 2012 gekauft und nur 1x im Maul gewesen ;-) )ich würde es für 30€ verkaufen zzgl. Versand. Größe 1 laut loesdau 11 - 12,5cm. Müsste nochmal messen, ich meine es waren genau 12,5cm.


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