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Geschrieben von fjoerdis am 03.08.2013 um 14:31:

  Sattelanpassung

Ich bin grad ein wenig verwirrt, vielleicht könnt ihr mir da ja heraushelfen?!

Wenn ich mit einem Sattel reite, der nicht 100% passt und im Schweißbild anschließend trockene Flecken sind, sind die Flecken dann trocken, weil der Sattel dort zu viel Druck macht oder sind die trocken, weil er da nicht richtig aufliegt?? Ich dachte eigentlich immer letzteres, denn die Wirbelsäule ist ja auch trocken und bei meinem Sattel, wo ich weiß, dass er dem Pferd Druck macht, waren diese Stellen auch immer nass gewesen. Doch nun sagt mir jmd. dass dort wo trocken ist, der Sattel Druck macht und somit die Schweißbildung unterbindet?! Nun weiß ich gar nicht mehr was richtig ist, oder evtl. eine Kombination von beidem?! Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen?? Augen rollen



Geschrieben von stechmuecke am 03.08.2013 um 15:17:

 

wir können ja abstimmen ^^
es ist schon da nass, wo auch der sattel aufliegt. Von der Theorie, dass die Schweißbildung unterdrückt wird, hab ich jetzt noch nichts gehört. Wenn das so sein sollte, dann muss er aber ganz schön Druck auf die Stelle ausüben Oo



Geschrieben von Zambezi am 03.08.2013 um 19:06:

 

Also meiner Ansicht nach sagt das Schweißbild überhaupt nichts aus .... Unter dem Startrekk Espaniola sind bei meinem Pferd nur vorne und hinten Schweißflecken zu sehen, in der Mitte nicht. Früher war man ja der Meinung, dass das bedeutet, dass der Sattel eine Brücke bildet und in der Mitte nicht aufliegt. Meine Sattlerin hat mir aber erklärt, dass es davon kommt, dass das Pferd an den Stellen, an denen der Sattel relativ fest aufliegt, mehr ins Schwitzen kommt und das ist beim Espaniola nun mal vorne und hinten, weil er eine V-Gurtung hat, in der Mitte liegt er definitiv auf, das geht ja gar nicht anders, ist schließlich ein baumloser Sattel. Aber in de Mitte bewegt er sich mehr, daher ist da weniger Schweiß zu sehen.
Möglicherweise ist das Schweißbild bei Baumsätteln aussagekräftiger, aber bei Baumlosen ist damit offensichtlich nichts anzufangen. Da würde ich eher mit dem Impression Pad oder einer elektronischen Druckmessung drangehen. Alles andere wäre mir eh zu ungenau.
Und wenn mein Pferd unter einem Sattel göttlich läuft und Muskeln aufbaut, dann kann das Schweißbild sein, wie es will cool



Geschrieben von Raio am 03.08.2013 um 19:10:

 

Doch, wenn der Sattel sehr punktuell Druck ausübt, reicht das, um die Haut so zu schädigen, dass kein Schweiß mehr entsteht. Bei einer längerdauernden Belastung reichen gar nicht mal so große Druckwerte, um die Haut zu schädigen. Frag mal einen bettlägrigen Menschen, wie schnell es Probleme gibt, wenn man stundenlang nur mit einem Teil seines Körpergewichts punktuell Druck ausübt...

Gruß Beate



Geschrieben von rivera am 04.08.2013 um 12:49:

 

es kann zwei ursachen haben, wenn es trockene stellen gibt: sowohl eine brückenbildung als auch zuviel druck. genaueres weiss man nur, gerade für den mittleren sattelbereich, wenn man eine computerdruckmessung oder eine equiscan-vermessung machen lässt.



Geschrieben von Rezo am 04.08.2013 um 15:41:

 

Zitat:
Original von Zambezi
Also meiner Ansicht nach sagt das Schweißbild überhaupt nichts aus ....

....

Da würde ich eher mit dem Impression Pad oder einer elektronischen Druckmessung drangehen. Alles andere wäre mir eh zu ungenau.
Und wenn mein Pferd unter einem Sattel göttlich läuft und Muskeln aufbaut, dann kann das Schweißbild sein, wie es will cool


stimmt für mich genau!! ich beurteile nicht einen sattel, ob er passt oder nicht, anhand des schweissabdruckes. solche elektronische druckmessungspads sind supi.

aber sattel ist eh ein heikles thema. ich behaupte, 90% der gemachten und angepassten sättel passen nicht. vertraue auf keinen profi mehr.

aber ich hab mir eh eine etwas ungewöhlinche einstellung und hab mir gesagt, bei meinem pferd wird kein sattel mit hartem baum oder kopfeisen auf den rücken kommen. es ist meine logik, dass sich ein pferd nunmal einfach nicht halb so gerne gegen einen harten gegenstand streckt. man vergleiche es mit dem kind auf dem rücken. gegen was streckt man den rücken lieber, gegen den wickel aus stoff oder gegen ein perfekt angepasstes eisengestell? was nützt einem die perfekte anpassung eines harten gegenstandes auf dem rücken wenn der rücken IN BEWEGUNG ist?

abgesehen davon ändert sich der muskel schneller als eine halb- oder vierteljährliche anpassung (was ja offen gesagt schon öfter ist als manch eine anpassung beim sattel eines freizeitreiter).

...



Geschrieben von Gosa am 04.08.2013 um 18:49:

 

Zitat:
Original von stechmuecke
wir können ja abstimmen ^^
es ist schon da nass, wo auch der sattel aufliegt. Von der Theorie, dass die Schweißbildung unterdrückt wird, hab ich jetzt noch nichts gehört. Wenn das so sein sollte, dann muss er aber ganz schön Druck auf die Stelle ausüben Oo


Ich erinnere mich daran, gelesen zu haben, dass die Schweißbildung bei sehr
schweren Reitern unterdrückt wird, dort wo der Sattel aufliegt und Druck
ausübt.



Geschrieben von rivera am 04.08.2013 um 23:45:

 

Zitat:
Original von Rezo

gegen was streckt man den rücken lieber, gegen den wickel aus stoff oder gegen ein perfekt angepasstes eisengestell? was nützt einem die perfekte anpassung eines harten gegenstandes auf dem rücken wenn der rücken IN BEWEGUNG ist?

...


zum glück reitet ja kein mensch auf einem ungepolsterten harten gegenstand auf dem pferderücken herum. Augenzwinkern sättel mit baum werden entweder durch kissen gepolstert oder über dicke pads.



Geschrieben von Rezo am 05.08.2013 um 07:04:

 

Zitat:
Original von rivera
Zitat:
Original von Rezo

gegen was streckt man den rücken lieber, gegen den wickel aus stoff oder gegen ein perfekt angepasstes eisengestell? was nützt einem die perfekte anpassung eines harten gegenstandes auf dem rücken wenn der rücken IN BEWEGUNG ist?

...


zum glück reitet ja kein mensch auf einem ungepolsterten harten gegenstand auf dem pferderücken herum. Augenzwinkern sättel mit baum werden entweder durch kissen gepolstert oder über dicke pads.


nun, das zwar schon, aber ich denke wenn pferde durch den sattel unsere sitzbeinhöcker spüren, dann spüren sie auch den harten baum dadurch Augenzwinkern und ich hab nunmal die erfahrung gemacht, dass die pferde wesentlich lieber über den rücken gehen, wenns ein lederbaum oder gar baumlos ist.



Geschrieben von Baron am 05.08.2013 um 10:24:

 

wie sollen PFerde durch das Ledermaterial eines Sattels incl Polsterwolle die Sitzbeinhöcker spüren? Die merken den Gewichtsunterschied, aber sicherlich nicht die Knochen ansich



Geschrieben von Rezo am 05.08.2013 um 11:06:

 

Zitat:
Original von Baron
wie sollen PFerde durch das Ledermaterial eines Sattels incl Polsterwolle die Sitzbeinhöcker spüren? Die merken den Gewichtsunterschied, aber sicherlich nicht die Knochen ansich


Doch ich bin überzeugt, dass die das spüren. Im Übrigen kann man die Sitzbeinhöcker auch in eine Richtung verschieben, ohne das Gewicht mehr auf einen zu belasten. Pferde merken ja auch sofort, wenn die Sitzbeinhöcker nid gerade nach unten zeigen.



Geschrieben von fjoerdis am 05.08.2013 um 13:54:

 

Ich vermute eigentlich auch eher eine Brückenbildung, denn bei einer untergelegten frisch gewaschenen weißen Satteldecke waren nach dem Ritt die Stellen noch sauber, die am Pferd trocken waren und am schmutzigsten war die Decke dort, wo ich auch denke, dass der Sattel zu viel Druck macht. Denn auch wenn das Pferd an den Stellen nicht geschwitzt hat, denke ich, dass die Decke, wenn der Sattel dort zu viel Druck machen würde, trotzdem hätte schmutzig sein müssen, oder denke ich da verkehrt?



Geschrieben von Funny_Girl am 05.08.2013 um 14:38:

 

Also ich seh das auch so wie Baron, dass die Pferde die Gewichtsverlagerung spüren und nicht die "Knochen".
Ansonsten bin ich jemand, der den "klassischen" Sattel mit Baum favorisiert, weil ich der Meinung bin, dass dadurch das Reitergewicht besser verteilt wird als bei baumlosen.
Ich denke, dass die Pferde bei baumlosen Sätteln punktuell mehr Druck abbekommen als mit Baum und da die meisten auch noch ohne Bügel reiten, ist Entlastungssitz/leichter Sitz kaum vorhanden.
Aber jeder hat da so seine eigene Philosophie.... fröhlich



Geschrieben von Zambezi am 05.08.2013 um 17:57:

 

Zitat:
Original von fjoerdis
...Denn auch wenn das Pferd an den Stellen nicht geschwitzt hat, denke ich, dass die Decke, wenn der Sattel dort zu viel Druck machen würde, trotzdem hätte schmutzig sein müssen, oder denke ich da verkehrt?


Ja, das denke ich eigentlich auch, zumindest, wenn es sich um einen Baumsattel handelt. Und es spricht auch dafür, dass das Pferd eher den Rücken weggedrückt hat statt ihn aufzuwölben.

Zum Thema "baumlos": Ich war ja zuerst auch immer skeptisch, was die Baumlosen anging, aber inzwischen gibt es genug Studien, die zeigen, dass der Druck je nach Modell recht gut verteilt wird. Letztendlich überzeigt haben mich aber meine Reisen nach Südamerika. Dort habe ich haufenweise Pferde mit Satteldruck gesehen, und zwar ausschließlich Pferde, die mit einem Baumsattel geritten wurden. Bei den argentinischen Criollos, die überwiegend mit einer baumlosen Konstruktion geritten werden, habe ich kein einziges (!) Pferd mit Satteldruck oder weißen Haaren in der Sattellage gesehen. Ein besseres Argument für baumlose Sättel kann es eigentlich nicht geben (abgesehen davon, dass die Baumsättel in Südamerika selten dem Pferd angepasst werden und oft nur unzureichend gepolstert sind - aber trotzdem).



Geschrieben von Smartie am 05.08.2013 um 18:41:

 

Das dachte ich auch, das in Südamerika sich kaum jemand die Mühe macht, oder auch das Geld hat, Sättel richtig anpassen zu lassen.
Wenn man einen Sattel hat, wird der wahrscheinlich auf´s Pferd gepackt und gut.
Da ist dann ein Baumloser wahrscheinlich doch besser, als ein ganz schlecht passender mit Baum.

Wenn man aber einen passenden Baumsattel, oder einen mit flexiblem Baum, mit dem Baumlosen vergleichen könnte, würde es interessant!



Geschrieben von Rezo am 05.08.2013 um 19:13:

 

Zitat:
Original von Smartie
Das dachte ich auch, das in Südamerika sich kaum jemand die Mühe macht, oder auch das Geld hat, Sättel richtig anpassen zu lassen.
Wenn man einen Sattel hat, wird der wahrscheinlich auf´s Pferd gepackt und gut.
Da ist dann ein Baumloser wahrscheinlich doch besser, als ein ganz schlecht passender mit Baum.

Wenn man aber einen passenden Baumsattel, oder einen mit flexiblem Baum, mit dem Baumlosen vergleichen könnte, würde es interessant!


nun, "mein" lieber rezo hat 2 mit starrem baum (1x dressurmasssattel, 1x angepasster springsattel), 2 mit lederbaum (beides angepasste, hidalgo und bückeburger schulsattel), und einen baumlossattel (angepasster bent branderup sattel). und das ergebnis ist mehr als deutlichsmile 4:0 für baumlosAugenzwinkern

und baumvergleich: lederbaum siegt gegen normalen baum bei rezo.

beim friesen meiner freundin gehts übrigens genauso. der ist dazu noch ein fellsattelpferd. als sie vor einigen wochen wieder einmal den hidalgo (lederbaum) auflegte, ging ihr pferd sofort wieder schlechter. sattel weg, fellsattel drauf, pferd geht wieder supersmile

aber das ist halt meinungssache. möchte ja auch niemandem vor den kopf stossensmile

PS: und ja, rezo hat recht viele sättelgroßes Grinsen



Geschrieben von Zambezi am 05.08.2013 um 19:36:

 

Wie bei allem im Leben gibt es auch hier keine Patentlösung. Jedes Pferd ist anders, jeder Reiter ist anders, was bei dem einen super funktioniert, geht beim anderen gar nicht ... Man kommt wohl nicht drum herum, es im Einzelfall auszutesten.
Ich kenne auch Pferde, die mit ihrem Baumsattel besser laufen als mit einem Baumlosen. Bei Reitern, die 90 Kilo wiegen, dürfte auch ein baumloser Sattel an seine Grenzen stoßen, was die Gewichtsverteilung angeht. Und bei hypersensiblen Pferden würde ich beispielsweise keinen Lammfellsattel benutzen, weil man im Lammfellsattel dazu neigt, sich mit den Oberschenkeln zu stabilisieren und das kann unter Umständen vom Pferd schon als unangenehmes Klammern empfunden werden. Viele Reiter sitzen in einem Baumsattel auch einfach lockerer und unverkrampfter, weil sie sich darin sicherer fühlen, ergo läuft ihr Pferd damit auch lockerer. Und wenn der Reiter beispielsweise schief sitzt, kann kein Sattel der Welt das ausgleichen.



Geschrieben von Smartie am 05.08.2013 um 19:43:

 

Hat Rezo einen kurzen Rücken?
Dann stell ich mir schon das Anpassen (eines Baumsattels) als größere Herausforderung vor.

Insgesamt scheint es ja individuell unterschiedlich zu sein was die Pferde bevorzugen. fröhlich

Meine Pferde werden sicherlich nie baumlos (von mir) geritten werden, weil man das als schwerer Reiter dem Pferd einfach nicht zumuten mag, bzw. sollte. Allerdings hat auch keines eine komplizierte Rückenform (wenn man vom tw. fehlenden ausgeprägterem Widerrist absieht).



Geschrieben von Rezo am 05.08.2013 um 19:47:

 

zambezi: ja klar ists immer individuell. hätt ich ein pferd zum beispiel karpfenrücken würd ich wahrscheinlich auch eher mit baum reiten!

und ich stimm dir absolut zu: der reiter muss immer auch noch gut sitzen! baumlos empfinde ich sitzmässig als wesentlich anspruchsvoller, wenn ich merke ich bin schon etwas schlapp und kann die kraft für stabilität heut grad nicht so aufbringen, erleichtere ich es mir und rezo und nehm den baumsattel. kommt halt eben immer auf das jeweilige pferdreiterpaar am jeweiligen tag draufansmile drum hat rezo auch so viele auswahlmöglichkeiten. und ich hoffe, dass ich bis zum eigenen pferd genügend muskeln aufgebaut habe, sodass es dann kein "zu schlapp" nehr gibtgroßes Grinsen

noch was zum schief sitzen: ob man schief ist merkt man baumlos viiiel besser, weil der baum da einiges mehr zulässt (was es fürs pferd umso unangenehmer macht!). ist also auch grad noch eine gute sitzschulung, sofern man auch dazulernen will :p

@smartie: nein, er hat einen eher langen rücken, aber auch nicht zu lang. und ja es wär definitiv schwieriger, wenn er einen kürzeren rücken hätte, da hast du recht.



Geschrieben von Zambezi am 05.08.2013 um 21:01:

 

Zitat:
Original von Rezo

... noch was zum schief sitzen: ob man schief ist merkt man baumlos viiiel besser, weil der baum da einiges mehr zulässt (was es fürs pferd umso unangenehmer macht!). ist also auch grad noch eine gute sitzschulung, sofern man auch dazulernen will


Ja, damit hast Du völlig recht ... Und es hängt natürlich auch vom Gang ab. Auf einem Pferd mit schwungvollem Trab sitzt es sich natürlich auch schwieriger als auf einem Tölter und das erfordert mehr Körperspannung.

Dass Dein Rezo so viel Auswahlmöglichkeit bei den Sätteln hat, finde ich klasse ... Auch wenn wahrscheinlich die Wenigsten willens und finanziell dazu in der Lage sind, fünf Sättel für Ihr Pferd anzuschaffen fröhlich
Wie ist das denn beim Kleinen? Hat der auch so eine Auswahl zur Verfügung?


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