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Geschrieben von picada am 05.08.2014 um 03:46:
Pferd auf der Weide von Jäger erschossen
Soeben erhielt ich den traurigen Anruf von der neuen Besitzerin meiner ehemaligen Isi-Stute Skippy. Unter Tränen hat sie mir berichtet, dass ein Jäger ihr Pferdchen erschossen hätte, da er es für ein Wildschein gehalten hat. Skippy stand auf einer eingezäunten Koppel mit anderen Pferden - wie kann sowas passieren. Ich bin total geschockt und tieftraurig.
Skippy wurde ins Schulterblatt getroffen bzw. ins Herz und musste nicht lange leiden. Der tragische Vorfall ereignete sich um Mitternacht.
Der Jäger hatte sich sofort bei der SB gemeldet, wollte aber auf keinen Fall, dass die Polizei kommt. Es handelt sich um einen Schweizer Jäger, der in Deutschland! (der Stall bzw. die Weide ist direkt an der Schweizer Grenze) nun ein Pferd erschossen hat.
Nun mit diesem schrecklichen Vorfall konfrontiert, muss das tote Pferd nun so rasch wie möglich weg von der Weide. Skippis Besitzerin kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, das Pferd in eine öffentliche Kadaverstelle zu geben und möchte Skippy einäschern lassen. Gibt es sowas auch für Pferde?
Habt ihr schon mal von einem solchen Vorfall gehört? Kann der Jäger haftbar gemacht werden, wenn die Polizei nicht eingeschaltet wird? Wie soll die Besitzerin vorgehen, dass die Kosten, wie Einäscherung etc. von dem Jäger übernommen werden?
In meinen Augen hat der Jäger grobfahrlässig gehandelt und daher denke ich nicht, dass eine Haftpflicht für die Kosten aufkommt...was meint ihr?
Ich bin so entsetzt und sooo traurig, dass dieses tolle und extrem liebenswürdige Pferdchen so sinnlos sterben musste.
Geschrieben von Lind am 05.08.2014 um 05:50:
Oh, schrecklich. Das tut mir leid.
In wie weit der Jäger für eine Einäscherung aufkommen muss, weiß ich nicht. Ich denke nicht, dass man ihn rechtlich dazu verpfluchten kann. Das ist ja eine Luxusbestattung.
Allerdings könnte er das ruhig machen, weil keine Polizei gerufen wurdr. Ich hätte das in jedem Fall gemacht. Da wär der Jagdschein weg. So jemand darf in meinen Augen auch nicht weiter einen Jagdschein haben. Ein Jäger muss sich vor dem Schuss vergewissern worauf er schießt.
Geschrieben von Escapada am 05.08.2014 um 06:53:
Unbedingt die Polizei rufen. Darf der Mann überhaupt in Deutschland jagen?
Geschrieben von Rezo am 05.08.2014 um 06:59:
oh nein das tut mir schrecklich leid
sorry, aber ich hätte auf JEDEN FALL!!! die polizei geholt! ja ehrlicher fehler, und wie oft soll sowas noch passieren? stell dir vor, der macht nächste woche denselben fehler... so einer soll gerecht behandelt (bzw bestraft) werden! ausserdem darf der wahrscheinlich gar nicht im ausland schiessen, da muss er viel besser aufpassen, das ist sein job! und äh sorry, wildschweine sehen nicht aus wie pferde und sind viel kleiner?! da er sie ins herz getroffen hat, hätte er doch merken müssen, dass das viel zu hoch ist! der typ ist wohl absolut unfähig...
ob ihr kosten geltend machen könnt, weiss ich leider nicht...
Geschrieben von Zambezi am 05.08.2014 um 07:58:
Wie furchtbar

Das tut mir schrecklich leid, was für ein Horror ...
Ich hätte auch auf jeden Fall die Polizei eingeschaltet (wahrscheinlich sogar die Lokalpresse), alles andere ist doch indiskutabel. Jemandem, der so unfähig ist, gehört die Jagdlizenz entzogen, was soll denn das nächste Mal passieren? Da schießt er vielleicht auf Menschen (da gab es auch schon mal einen Fall, dass Menschen mit Wildschweinen verwechselt wurden ... ohne Kommentar).
Der Sachverhalt muss dokumentiert werden, damit man später Schadenersatzansprüche geltend machen kann, also nicht das Pferd so schnell wie möglich beerdigen, sondern erst mal die Polizei oder wenigstens einen Anwalt einschalten. Das Ganze auf Fotos festhalten, vom Tierarzt die Todesursache dokumentieren lassen, Zeugen benennen usw.
Selbstverständlich ist der Jäger haftbar zu machen und muss den Schaden ersetzen. Auch wenn Tiere rein rechtlich nur als Sache gelten, wäre das in diesem Fall eine grob fahrlässige Sachbeschädigung. Und ob dafür eine Versicherung geradesteht oder der Jäger das aus eigener Tasche zahlt, wäre mir grad mal wurscht. In D gab es übrigens schon mehrere Präzedenzfälle dazu, in denen Jäger Pferde oder Hunde totgeschossen haben.
Auf eine außergerichtliche Einigung würde ich mich zähneknirschend nur dann einlassen, wenn der Jäger sich schriftlich und vor Zeugen darauf einlässt, sowohl den Wert des Pferdes als auch die Einäscherungskosten zu ersetzen. Aber auch da würde ich einen Anwalt zu Rate ziehen, damit der Herr sich nicht hinterher aus der Affäre ziehen kann.
Das Pferd wird dadurch natürlich auch nicht wieder lebendig, aber zumindest bleibt man nicht auf dem Schaden sitzen
Geschrieben von Baron am 05.08.2014 um 07:59:
viel schlimmer noch wäre, wenn er nächste Woche einen Menschen mit einem Wildschwein verwechselt.
Auf jeden Fall die Polizei oder die Jagdbehörde informieren!
Zum Glück hat er wenigstens so gut geschossen, das das Pony nicht leiden musste.
Geschrieben von FraukeF am 05.08.2014 um 08:00:
Wie furchtbar. Ich hätte auch die Polizei geholt, so jemand dürfte nie wieder ein Gewehr in die Hand bekommen..
Ja, man kann Pferde einäschern lassen, ist aber relativ teuer. Für mein Pferd mit ca 550kg würde das etwa 1700,- Euro kosten.
Unsere Dina, die Hündin, haben wir
hier einäschern lassen. Herr Beyers ist sehr nett, wie weit er fährt, weiß ich allerdings nicht. Aber er kennt sicher ansonsten jemanden in der Nähe
Geschrieben von Vinja am 05.08.2014 um 08:11:
Soetwas darf nicht passieren! Ich bin selber Jägerin und kann euch auch nur bitten auf jeden Fall die Polizei anzurufen und die Untere Jagdbehörde zu informieren!
Wie man ein Pferd mit einem Wildschwein verwechseln kann, ist mir nach wie vor einfach nur unerklärlich! Einfach unfassbar, gerade für die Besitzerin
Geschrieben von Wisy am 05.08.2014 um 08:36:
Oh Mann, wie schrecklich

. Tut mir sehr leid für die Besitzerin und für dich, picada!
Ich würde auch die Polizei einschalten, so etwas gehört behördlich geprüft und bestraft, ist auch im Sinne der Jägerschaft, dass solche schwarzen Schafe sofort ausgeschlossen werden.
Wegen der Kosten würde ich nach Möglichkeit auch einen Anwalt einschalten, weil es da erschwerend hinzukommt, dass der Typ aus dem Ausland kommt.
Geschrieben von Skuggi99 am 05.08.2014 um 09:01:

Oh nein, so etwas gibt es doch nicht

Wie kann man ein Pfer mit einem Wildschwein verwechseln???
Ich würde auch die Polizei rufen und einen Anwalt holen...
Ob er die Einäscherung bezahlen muss, weiß ich nicht, aber "Schadenersatz" wird er doch hoffentlich zahlen müssen...
Geschrieben von Beauty am 05.08.2014 um 09:09:
Oh Mann ,Sachen gibts.Es tut mir echt leid für dein ehemaliges Pferd.Wie alt war den der Jäger?
Ich schließe mich meinen vorschreiben an,auf jeden Fall zur Polizei,Tierarzt holen und die Todesursache zu bestätigen,Zeugen suchen.
Zambezi bringt es genau auf den Punkt.
Klar will der Jäger keine Polizei,ich denke er wäre seinen Jagdschein los oder elbja?
Geschrieben von picada am 05.08.2014 um 09:25:
Habe diese Nacht kein Auge zugetan, kann es nicht fassen. Danke euch für die Anteilnahme! Iris und ihre Tochter haben ihr Traumpony verloren und sind tief traurig und traumatisiert.
Vorhin habe ich wieder mit der Besitzerin telefoniert.
Der Jäger war auch eben zur Stelle und stellt sich allem. Er verhält sich, soweit es in dieser Situation überhaupt möglich ist, sehr gut. Er übernimmt die volle Verantwortung und stellt sich auch der Trauer der Besi und deren Tocher...und hält dies auch aus. Er hat sich unter Tränen bei allen entschuldigt und steht zu seiner Schuld und will sich, so wie es momentan aussieht, nicht aus der Verantwortung ziehen. Er versucht nicht, irgendwas schönzureden oder sich zu rechtfertigen, sondern ist selbst traumatisiert und am Boden zerstört.
Das Verhalten des Jägers spendet ein wenig Trost. Laut seiner Aussage, will er den Jagdschein freiwillig abgeben....
Der ganze Sachverhalt wurde protokolliert und auch bildlich festgehalten.
Da die Besi zurzeit nicht fähig ist, alles zu organisieren, hat sich ihr Mann dem angenommen.
Geschrieben von Vinja am 05.08.2014 um 09:38:
Ob der Jagdschein eingezogen wird müsste vor dem Gericht geklärt werden, wenn er ihn freiwillig abgibt noch besser! In einem ähnlichen Fall bezahlte die Versicherung des Jägers 18000,- an die Pferdebesitzerin und dem "Todesschützen" wurde der Jagdschein entzogen.
Die ganze Organisation nach so einem schrecklichen Ereigniss kann ganz schön an die Nerven gehen! Gut, dass der Jäger sich in diesem Fall einsichtig und auch betroffen zeigt und sie aus ihrem Umfeld genügend Unterstützung bekommt!
Geschrieben von picada am 05.08.2014 um 09:53:
In Erinnerung an Skippy (Skerpla)
Hier mit meinem Sohn
Geschrieben von Lieschen am 05.08.2014 um 10:16:
Oh wie furchtbar, es tut mir sehr leid für die Besitzer und auch für Dich....
Aber sehr schön, daß der Jäger so einsichtig ist und zu seinem Fehler steht. So bleibt den Besitzern wenigstens in ihrer Trauer der Ärger mit dem Schadenersatz erspart.
Geschrieben von Beauty am 05.08.2014 um 11:00:
Ich würde auf jeden Fall die Polizei einschalten,auch wenn sich der Jäger zur Zeit einsichtig zeigt.Man steckt in keinen Menschen und auf sein Wort würde ich mich nicht verlassen,heute so morgen so.Geht lieber auf Nummer sicher,das alles Hand und Fuß hat.
Ist das ganze für die Besitzerin schon schlimm genug,aber wenn sie dann noch die kosten selbst tragen muss,weil der Jäger es sich doch anders überlegt.
Geschrieben von Yuki am 05.08.2014 um 11:21:
Das tut mir so leid für die beiden und für dich!
Ich kann es nicht fassen... wir hatten in ö auch erst einen Fall ist noch kein Jahr her. Da hat der Jäger das Pferd tagsüber auf der Koppel erschossen... war auch das Traumpferd der Tochter und sie hatten 3 Jahre auf ihr Fohlen gewartet. Ich habe bei uns geweint und auch in deinem Fall stehen mir die Tränen in den Augen!
Geschrieben von Anni am 05.08.2014 um 11:23:
Das tut mir sehr leid für Skippy und ihre Besitzerin.
Bitte beachten, dass bei aller Läuterung des Jägers dieser eben seinen Wohnsitz in einem anderen Land hat und ein eventueller Rechtsstreit erheblich teurer und langwieriger werden kann, als innerdeutsch.
Geschrieben von Bylgia am 05.08.2014 um 11:44:
Zuerst einmal tut es mir natürlich enorm Leid ... was für ein Schock, wenn das eigene Pferd auf der Koppel erschossen wird!
...ich frage mich auch, ob sie nicht anrecht auf Schadensersatz hat?
Geschrieben von Sasure am 05.08.2014 um 12:09:
Es tut mir sehr leid für die Besitzerin. Bei einem kranken oder alten Pferd kann man sich auf den Tod ein bisschen vorbereiten, aber wer rechnet denn mit so was!
Ich kann mich aber meinen Vorschreibern auch nur anschließen. Sichert lieber alles doppelt und 3-fach bevor nachher jemand auf die Idee kommt das es doch, vielleicht auch nur ein bisschen anders gewesen ist.
Im Moment jede Menge traurige Nachrichten hier im Forum...
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