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Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 11:35:

  Raufutter im Winter

Hallo ihr alle!

Ich bin seit in etwa 1,5 Jahren stolzer Besitzerin meiner Spotted Saddle Horse Stute "Belle".
Ich bin Einsteller im Stall von alten Freunden meiner Eltern.
Anfangs war alles okay und ich war auch zufrieden, jedoch gibt es in letzter Zeit einige Punkte, die mir nicht so gefallen...
da leider auch einige aus meinem Stall auf Facebook sind, konnte ich dort bisher noch nicht weiter nachfragen...

So langes Drumherumgerede...

Unsere Pferde bekommen jetzt im Winter Heu und Kraftfutter, jedoch nur morgens und abends... von 10-16/17 Uhr sind sie draußen auf der Matschkoppel ohne Futter. Und wenn sie dann abends rein kommen, ist das Heu innerhalb 1,5-2h weggefressen:-/
Ich habe schon ein engmaschiges Heunetz gekauft, das jedoch immer nur von mir befüllt wird, wenn ich dort bin oder Stalldienst habe...

Also meine erste Frage ist, wieviel Heu sollte ein Pferd mittlerer Größe am Tag bekommen.
Und wie lange kann ein Pferd ohne Futter rum stehen, ohne dass Probleme auftreten?

Mir ist klar dass man den Pferden auf der Koppel nichts geben kann ohne dass sie sich gegenseitig verprügeln (zu viele Pferde und zu wenig ausweichmöglichkeiten) aber gerade nachts gefällt es mir gar nicht, dass mein Pferd nur rumsteht und nichts zu knabbern hat.
Okay da wir mit Stroh einstreuen könnte sie theoretisch am Stroh rumknabbern, jedoch macht sie das nur wenn wirklich gar nichts mehr da ist und sie hunger hat... und wie heißts so schön: in der not frisst der teufel fliegen... dazu will ich sie nicht zwingen:-/
es sei denn es ist gut für sie;-)

somit würde mich euere Meinung interessieren, da viele von euch sicher viel erfahrener als ich sind.

Und kann ich als Einsteller verlangen, dass man mein Heunetz immer befüllt? oder ist das dann allein mein ding?

ich möchte und kann es mir nicht mit meinem Stall versauen, da ich im Moment noch darauf angewiesen bin, weil ich die Stallmiete abarbeiten kann... somit ist ein Wechsel im Moment nicht möglich...

hat jemand ein paar hilfreiche Tipps was ich selbst machen kann um die Situation zu ändern?
oder mache ich ein Problem aus etwas, was gar kein Problem ist?


Liebe Grüße und schonmal danke für euere Antworten!



Geschrieben von Svalin am 26.11.2014 um 11:40:

 

... es gibt da eigentlich ziemlich genaue Regeln:
max. sechs Stunden ohne Rauhfutter (oder waren es vier?) - ich glaube es waren vier. Ein Pferd braucht normalerweise für ein Kilo Heu eine Stunde.
Alle sechs Stunden 2 kg Heu füttern und alles ist in Ordnung.
Ich befürchte, der SB wird dir den Vogel zeigen, wenn du solche Vorschläge machst..
Man rechnet (wenn es nichts anderes gibt) 1,5 - 2 kg pro 100 kg Pferd - je nach Witterung.

PS - wenn du Einsteller bist, besteht da eine gewisse Abhängigkeit vom Stallbesitzer.
Wenn der nicht mitspielt, bist du normalerweise machtlos - verlangen kannst du viel. Nur bekommen wirst du es nicht.
Also erstmal reden.
Dann selber machen oder den Stall wechseln.

Wer hat gesagt, das Leben ist ein Ponyhof? cool



Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 11:52:

 

Ich werd mal mein heunetz an so eine kofferwaagenhängen. Das könnte schon passen vom Gewicht, nur leider bekommt sie das Heu eben nur zwei mal am tag, stopft es in sich rein und hat dann den rest des Tages nichts mehr... Gerade nachts ist der Zeitraum um die 12 Stunden wo sie höchstens auf ihrer Stroheinstreu knabbern kann... Ist das auch okay oder sollte man das ansprechen? Mit Heunetz braucht sie deutlich länger!

Kann ich das erwarten, dass man mein Heunetz auch benutzt?
Wir haben auch ein Pferd im Stall das eingedeckt wird... Das würd ich vom aufwand her mit dem befüllen des Heunetzes gleichsetzen...



Geschrieben von Velvakandi am 26.11.2014 um 11:52:

 

Du kannst dir ja mehrere Heunetze kaufen und dann für mehrere Tage vorstopfen, so dass sie abends immer nur eins reinhängen müssen und fertig. Nicht jeder SB stopft gern Netze, das kostet zusätzlich Zeit und ist eben einfach ein Mehraufwand, den sich viele dann bezahlen lassen oder einfach nicht anbieten.

Auf der Matschkoppel kann sehr wohl Heu gefüttert werden, es muß nur genug für alle sein. Man könnte zum Beispiel eine Heuraufe (überdacht) rausstellen, da ergeben sich 8-12 Fressplätze (je nachdem wie verträglich die Pferde sind) und wenn immer Heu drin ist, gibts auch keinen Streit darum. Die Pferde fressen ja nicht non-stop, da ist dann immer etwas Bewegung drin, wenn einer geht wird wieder ein Platz frei. Dem SB kann man das Ganze damit schmackhaft machen, dass dann die morgendliche Heufütterung wegfällt, was für ihn weniger Aufwand bedeutet. Man muß nur früh die Pferde auf die Matschkoppel bringen (das bedeutet auch mehr Draußen-Zeit für die Pferde), dort haben sie ihre Raufe und fressen Heu. Er spart sich die Zeit zum Heu verteilen morgens und fährt dafür immer mal einen Rundballen zur Heuraufe, wenn der alle geworden ist.



Geschrieben von litla am 26.11.2014 um 11:57:

 

Ich würde an deiner Stelle auch mit dem Stallbesitzer sprechen, was eine mögliche Lösung wäre. Meine Pferde haben 24/7 Rauhfutter und nachdem ich im Sommer kurz mal Panik hatte, der Braune wird zu dick, hat er jetzt wieder eine Top-Figur, sobald der Fellwechsel ansetzte.

Natürlich sind zu lange Karenzzeiten auch im Sommer nichts, im Winter, gerade wenn die Pferde - was sie ja sollen - viel draußen sind, geht das mE garnicht.

"Die Pferde streiten sich" ist leider oft einfach eine Ausrede dafür, dass der Stall nicht genug Futter zur Verfügung stellen will...Sponni steht mit 4 anderen Wallachen tagsüber draußen, sie haben eine Rundraufe, an der es auch knapp wäre wenn alle fressen würden - da aber immer Futter da ist, fressen nie alle auf einmal, bzw der rangniedrigste muss halt mal 10 Minuten warten, das geht aber alles ohne auch nur eine winzige Schramme.



Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 12:01:

 

Das ist leider bei unserer Matschkoppel nicht möglich, da wir dann zwei solche heuraufen brauchen würden und meine Stallbesitzer diese Kosten scheuen würden, außerdem ist es bei uns sehr bergig und der einzige Platz wo man eine Heuraufe aufstellen kann, jedoch kommt man dort nur über einen relativ steilen matschberg hin, den der Traktor jedoch nicht mehr hinauf kommen würde...
Aber das mit den fertig befüllten Heunetzen ist gut! Ich werde mal fragen, ob sie das machen würden!



Geschrieben von Baron am 26.11.2014 um 12:07:

 

maximal 4 Stunden können Pferde ohne Futter auskommen, und da sollte auch nicht häufig der Fall sein. Ansonsten drohen Magengeschwüre.
Heumenge ist ganz einfach zu berechnen: 1,5 bis 2 Kilo pro Tag pro 100KG Pferdegewicht, macht durchschnittlich 8 Kilo pro Tag da man auf mehrer Mahlzeiten aufteilt.

Als Rauhfutter (zum zwischendurch knabbern) ist aber auch Stroh geeignet.



Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 12:09:

 

Ja das mit dem futter geizen ist auch eines der Probleme bei uns im Stall, die einzigen zwei Pferde die im moment wirklich gut ausschauen, sind laut stallbesitzerin viel zu viel gefüttert, und der rest neigt eher zum zu dünn werden als zum zu dick werden... Einige Pferde sind auch wirklich zu dünn und schon nicht mehr im Normalbereich... Das am schlimmsten ausschauende Pferd wurde letztens dann ne woche nur noch in der Box gemästet, aber so weit möchte ich es nicht kommen lassen...
Außerdem habe ich gelesen, das gerade das kauen sehr wichtig ist, da des speichel die magensäure neutralisiert und es ansonsten zu magengeschwüren kommt... (Richtig oder falsch?)



Geschrieben von Velvakandi am 26.11.2014 um 12:12:

 

Ganz ehrlich, 6-7 Stunden Matschkoppel OHNE Futter wären dann für mich aber ein k.O. Kriterium, das geht einfach nicht. Zu sagen man kann dort nicht füttern ist reine Faulheit. Wenn er keine Raufen anschaffen will, dann muß er halt Heuhaufen machen. (was einen viel höheren Heuverlust bedeutet, da hat er seine Raufen ganz schnell rein)

Ich würde mal rumschauen, ob es nicht noch andere Ställe gibt, bei denen man durch Mithilfe die Stallmiete etwas mindern kann. Was bringt es dir, wenn du ie gesparte Stallmiete direkt an den Tierarzt überweist, weil dein Pferd krank gehungert wird?



Geschrieben von Svalin am 26.11.2014 um 12:18:

 

Zitat:
Original von Belle
Außerdem habe ich gelesen, das gerade das kauen sehr wichtig ist, da des speichel die magensäure neutralisiert und es ansonsten zu magengeschwüren kommt... (Richtig oder falsch?)

... so in etwa.
Es sollte immer etwas drin sein im Magen und da so ein Pferdemagen vergleichsweise klein ist, ist das was drin ist, schnell wieder raus.
Ist der Magen leer, greift die Magensäure die Schleimhaut an, weil ständig Magensäure produziert wird und nicht - wie zB beim Menschen - nur dann, wenn sie gebraucht wird.
Das kann zu Magengeschwüren führen.



Geschrieben von Baron am 26.11.2014 um 12:34:

 

Ist natürlich eine schlechte Kombination, wenn du wegen der Finanzen im Stall bleiben musst, auch wenn es deinem Pferd da nicht gut geht.



Geschrieben von Svalin am 26.11.2014 um 12:45:

 

Zitat:
Original von Baron
wenn du wegen der Finanzen im Stall bleiben musst, auch wenn es deinem Pferd da nicht gut geht.

Das ist der Moment, wo mir "der Blut kocht - Caramba" - aber ich werde schweigen, ich werde schweigen Schweigen



Geschrieben von hochelfe am 26.11.2014 um 12:48:

 

Ich würde an deiner Stelle mal fragen, ob sie deine Netze rein hängen würden. Ich hatte welche von einem großen Versandhandel. Die Kosten 5,99€ das Stück. Davon standen immer 4 parat. Ich hatte das gegenteilige Problem, es gab zu viel Futter. Wenn du Netze machst, weißt du ja auch wie viel du fütterst. Außerdem latscht das Pferd dann nicht im Futter rum und somit wird nichts verschwendet.



Geschrieben von Svalin am 26.11.2014 um 12:52:

 

... ein kurzer Hinweis zum Füttern in Netzen:
Wenn sie (also die Netze) irgendwo hängen und rumbaumeln, ist das rauszupfen nicht gerade gesundheitsfördernd.
Zum Rupfen wird der Kopf schräg gelegt und mit dem Hals gerissen - nicht gut für die Muskulatur.



Geschrieben von Atli am 26.11.2014 um 12:56:

 

Besser aus Netzen rupfen als hungern Augen rollen

Viele Grüße aus der Eifel
Astrid



Geschrieben von hochelfe am 26.11.2014 um 13:01:

 

Also meine Netze hingen immer an der boxenwand. So, dass ae im leeren Zustand gerade über dem Boden waren. Laut meiner TÄ und ostoe kein Problem. Und da vertraue ich mal.
Belle, wenn sie so zu wenig gekommen, könntest du ja vielleicht einfach "genug" in die Netze machen. Da sagt dann ja hoffentlich keiner was.



Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 13:11:

 

Ich werds auf jeden fall mal ansprechen, es geht ja auch nur um mo-do da ich fr-so immer den tag über im Stall bin und sie dann mittags ne stunde einfach zum fressen reinhole, und wenn nachts auch das Stroh zum knabbern okay ist, dann werd ich versuchen, dass meine Heunetze verwendet werden. Mal schaun wie das klappt...
Den Stall möchte ich eigentlich nicht wechseln, da ich das Pferd nicht ständig herumziehen möchte... Mein plan ist jetzt erstmal fertig zu studieren und danach sie evtl zu mir nach hause zu holen. Dort kann ich sie dann so füttern wie ich es für richtig halte... Und solange möchte ich sie nicht von stall zu stall unziehen lassen... Ich werde mal die heuration die sie von der stallbesitzerin gefüttert bekommt abwiegen, damit ich sehe ob sie genug bekommt.

Es ist für mich halt vom einen extrem zum anderen... Bin in Amerika aufs pferd gekommen, dort hatten sie endlose weiden! Matschkoppel kannte dort keiner, zusätzlich zum gras waren heunetze in der koppel aufgehängt... Da mussten wir eher darauf achten dass die pferde nicht übergewichtig wurden! Und hier in deutschland ist einfach alles viel kleiner und einfach anders...



Geschrieben von Gáski am 26.11.2014 um 13:13:

 

Meine Isländer bekommen Heu ad libitum, d. h. soviel sie fressen wollen. Dazu kein Stroh und anders als einige Miteinsteller meinten (Wir haben unseren eigenen Offenstall-/Paddockbereich, in dem nur unsere Pferde stehen.), haben sie gar keine Gewichtsprobleme. Wir nutzen keine Netze, da ich zu viele Nachteile bei der Verwendung sehe, sondern Haybars - allerdings nur, damit das Heu nicht zertrampelt wird, was recht gut funktioniert.



Geschrieben von Svalin am 26.11.2014 um 13:18:

 

Zitat:
Original von Atli
Besser aus Netzen rupfen als hungern Augen rollen

Viele Grüße aus der Eifel
Astrid

achwas großes Grinsen
Nein - ich meine, so ein Netz gehört eigentlich in eine Raufe, damit sie nach oben ziehen und nicht zur Seite...



Geschrieben von Belle am 26.11.2014 um 13:37:

 

Ich werd sie einfach mal beim fressen beobachten, ich bild mir ein, dass sie den kopf nicht verdreht, jedoch kann ichs nicht mit sicherheit sagen.
das netz ist auch relativ niedrig aufgehängt (aber so dass sie sich nicht darin verfangen kann), da pferde ja am besten direkt vom boden fressen sollten und nicht iwo aus der luft. Es hängt auch an einer boxenwand, somit schwingt es nicht herum...

Ich habe auch schon häufig gelesen dass man obstbaumäste in die box legt... Hat damit jemand gute oder schlechte erfahrungen gemacht?


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