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Geschrieben von Rezo am 30.01.2015 um 17:39:
Sporen
für helmingur, lies mal das hier:
http://www.wege-zum-pferd.de/2008/05/27/sinn-und-unsinn-der-sporen/
der gebrauch der sporen bedingt eine absolute kontrolle über sein bein und zudem fingerspitzenfühlen, wann der richtige moment ist.
vielleicht kannst du ja deine meinung über das "nicht noch!" ändern
ich reite übrigens auch nicht mit sporen

weil ich meine beine nicht so im griff habe, wie ich dafür sollte. würde ich das aber in zukunft erlernen, würde ich durchaus mit sporen reiten.
übrigens, deine 2 aussagen waren sehr unterschiedlich. die erste war, reiten mit sporen ginge nicht harmonisch, die zweite war, dass man sporen nicht brauchen würde.
ich finde einfach die aussage, harmonisches reiten ginge mit sporen nicht, total falsch. dann hast du vielleicht bisher noch keine guten beispiele gesehen

ob man sie BRAUCHT, ist relativ.
ich habe ende (muss jetzt das zeugs von antifo holen - ohne sporen und ausbinder

)
Geschrieben von Helmingur am 30.01.2015 um 17:59:
Rezo,
für einen schönen, harmonischen Ritt möchte
ich keine Hilfzügel, keine Sporen, eigentlich auch keine Gerte oder sonstige Krücken sehen. Das wäre für mich quasi das Nonplusultra.
Es geht auch ohne, man braucht sie also nicht - ergo: sie gehören für
mich nicht dazu.
(und der Umkehrschluss ist nicht, wie du interpretierst: Sporen dran = Ritt unharmonisch - ich würde es als etwas sehen, das noch verbesserungswürdig ist)
Das ist nur meine persönliche Meinung, die ich niemandem aufdrängen will.
Noch ein Edit:
Freue mich über jeden Input über Wirkungsweise und "sachgerechte" Verwendung.
Missbrauch á la faulem-Pony-in-die-Seiten-hacken kennt man ja leider...
Geschrieben von Zambezi am 30.01.2015 um 18:49:
Der Artikel beschreibt es eigentlich sehr schön. Das Problem ist halt, dass 99 % der Reiter nicht dazu in der Lage sind, einen Sporn sinnvoll einzusetzen, sondern damit (mehr oder weniger) Missbrauch treiben. Und das eine Prozent von Reitern, die es können, sieht man eben selten und die sind so gut, dass sie es ohne Sporen auch könnten ... denn kaum einer hätte so viel Ahnung, dass er einen Unterschied bemerken würde.
(Zitat aus o.a. Link) Der Einsatz des Sporens findet dann seine Berechtigung, wenn wir an höchster Versammlung arbeiten, also beispielsweise dem Pferd in der Piaffe noch mehr den Rücken aufwölben wollen. Und nun mal ganz ehrlich: Wer von uns ist wirklich so weit? (Zitat Ende)
Genauso ist es ... Dazu müsste man erst einmal eine Piaffe reiten können ... dann müsste man erfühlen können, welches der richtige Moment ist, um den Sporn einzusetzen ... und man müsste das richtige Maß an Einwirkung finden, damit das Pferd wirklich nur etwas mehr den Rücken aufwölbt ohne sich dabei zu verspannen und hektisch mit dem Schweif zu schlagen. Wie oben schon gesagt: 99 % der Reiter werden nie dahin kommen ... um nicht zu sagen 99,99 %. Nach 40 Jahren in der Pferdeszene kann ich diese Reiter an 10 Fingern abzählen.
Geschrieben von Rezo am 30.01.2015 um 21:28:
helmingur, ich interpretiere nicht

du hast ja effektiv geschrieben:
| Zitat: |
| Gehört für mich beides nicht zum schönen harmonischen Reiten. |
aber wenn dus anders gemeint hast, ist ja ok
übrigens ist ALLES, was wir dem pferd anschnallen, eine krücke. auch zügel und sattel. wenn man ohne alles KORREKT reiten kann, dann ja, ist es wirklich das nonplusultra. nur, nackt wird wohl niemand auf ein hohe-schule-level kommen, ergo braucht wohl sogar der talentierteste reiter für hohe reiterei ja immer irgendwelche krücken wie zaum, sattel, usw. warum man jetzt beispielsweise trense in ordnung findet, sporen aber nicht, ist mir drum schleierhaft.
ich finds ganz komisch, erwähnst du sporen und ausbinder immer zusammen, als wären die in der selben kategorie! das find ich extrem, denn wie gesagt, mit sporen KANN man harmonievoll und korrekt reiten (das ist eine stinknormale krücke wie zaum und sattel, was richtig und gut eingesetzt vollkommen in ordnung ist, aber falsch eingesetzt/sitzend sehr viel schaden anrichtet), mit ausbindern aber einfach gar nicht (ausser man bindet die derart locker,dass das pferd den kopf uneingeschränkt bewegen kann, aber dann erfüllen die ja ihren sinn nicht mehr).
aber ja, ich sehe schon, unsere meinungen unterscheiden sich ein wenig.
zambezi, mit dir geh ich voll einig
Geschrieben von fjoerdis am 06.02.2015 um 11:15:
| Zitat: |
Original von Rezo
wenn man ohne alles KORREKT reiten kann, dann ja, ist es wirklich das nonplusultra. nur, nackt wird wohl niemand auf ein hohe-schule-level kommen, ergo braucht wohl sogar der talentierteste reiter für hohe reiterei ja immer irgendwelche krücken wie zaum, sattel, usw. warum man jetzt beispielsweise trense in ordnung findet, sporen aber nicht, ist mir drum schleierhaft.
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Honza Blaha auf Gaston kann auf dem nackten Pferd Hohe Schule reiten. Das ist das perfekteste, was ich je gesehen habe..
Geschrieben von Rezo am 06.02.2015 um 12:04:
| Zitat: |
Original von fjoerdis
| Zitat: |
Original von Rezo
wenn man ohne alles KORREKT reiten kann, dann ja, ist es wirklich das nonplusultra. nur, nackt wird wohl niemand auf ein hohe-schule-level kommen, ergo braucht wohl sogar der talentierteste reiter für hohe reiterei ja immer irgendwelche krücken wie zaum, sattel, usw. warum man jetzt beispielsweise trense in ordnung findet, sporen aber nicht, ist mir drum schleierhaft.
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Honza Blaha auf Gaston kann auf dem nackten Pferd Hohe Schule reiten. Das ist das perfekteste, was ich je gesehen habe.. |
honza blaha ist supergenial. jossy reynvoet zB kann auch ziemlich hoch nackt mit dem pferd reiten. bei jossy weiss ich aber, dass er nicht nackt dahin gekommen ist, er benutzt longe und gebisslose zäumungen. ich kenne honza nicht so gut, nur seine "fertige" arbeit, aber ich gehe davon aus, dass er nicht ganz nackt ausbildet?
und selbst wenn: nun gut, find ich suuuuper, aber dann ist er wohl effektiv eine ausnahmetalent, oder?
Geschrieben von fjoerdis am 06.02.2015 um 12:35:
Ich denke schon, dass er zur Ausbildung auch Hilfsmittel gebraucht. Finde ich auch völlig ok. Ich habe nichts gegen Hilfsmittel einzuwenden, solange sie verantwortungsvoll und nicht dauerhaft eingesetzt werden. Hilfsmittel sind durchaus sinnvoll und legitim, wenn sie das Ziel haben, ganz ohne Hilfsmittel dann die perfekte Kommunikation zu erreichen.
Werde ich selber vermutlich nie hinkommen, aber man kann ja dran arbeiten und schauen wie weit man kommt.
Geschrieben von Zambezi am 06.02.2015 um 12:40:
Die Pferd-Reiter-Kombinationen, die "ohne alles" auf einem hohen Niveau reiten können, sind alle nicht ohne jegliche Hilfsmittel dahin gekommen. Auch die geniale (und leider viel zu früh verstorbene) Martina Albert hat dazu zunächst mal einen Fellsattel und eine Zäumung benutzt. Ein Pferd ohne alles so weit auszubilden, dürfte sehr schwierig sein. Man muss mit dem Pferd erst einmal auf ein gewisses Niveau kommen, bevor man sämtliche Hilfsmittel wieder weglassen kann ... sowohl, was das Ausbildungsniveau betrifft als auch das der Verständigung.
Gegen eine "normale" Ausrüstung, also Sattel und Zäumung, ist aus meiner Sicht auch nichts einzuwenden. Alles, was darüber hinausgeht, ist meistens entbehrlich, also Sporen, Hilfszügel etc. "So wenig wie möglich" ist eigentlich immer ein gutes Motto.
Geschrieben von Rezo am 06.02.2015 um 12:53:
öhm, ich finds ja auch in ordnung, dass man hilfsmittel verwendet
ich "wehre" mich nur gegen folgende drei aussagen:
A sporen sind in der kategorie hilfszügel einzuordnen (auch @zambezi

verstehe nicht, warum die immer zusammen genannt werden

)
B mit sporen könne man nicht harmonisch reiten
C sporen hätten keinen sinn
stimmt für mich halt nicht.
Geschrieben von Zambezi am 06.02.2015 um 14:08:
Zusammen genannt habe ich es, weil sowohl Sporen als auch Hilfszügel für mich in dieselbe Kategorie gehören, nämlich die Kategorie "Überflüssiges Zeug"

Ich habe beides 40 Jahre lang nicht benutzt und nie vermisst.
Harmonisches Reiten ist mit Sporen selbstverständlich möglich, nämlich bei Reitern, die sie korrekt einsetzen, s.o. Bei diesen Reitern erfüllen Sporen auch ihren ursprünglichen Sinn. Aber das sind eben absolute Könner, genauso wie die, die "ohne alles" auskommen.
Geschrieben von Helmingur am 06.02.2015 um 17:57:
Den Zaum halte ich definitiv für eine Krücke - ich glaube allerdings auch, dass das Level, das man braucht, um ihn "loszuwerden" so hoch ist, dass die meisten es nicht erreichen.
Ich kann auf meinem derzeitigen Stand meine Pferde auf deren derzeitigem Stand nicht zaumlos reiten, ohne, dass es gefährlich werden könnte - aber ich habe das Bestreben mich zu verbessern und dazuzulernen (und nicht auf dem Niveau, auf dem ich bin, mein Leben lang herumzudümpeln).
Dieser Anspruch an sich selbst ist m.E. das wichtigste.
Beim Sattel seh ich das nicht so.
Sitzt der Sattel richtig, verteilt er das Gewicht besser über den Pferderücken und es gibt keinen punktuellen Druck - die Auflagefläche von Po und Oberschenkeln ist ja beim durchschnittlichen Reiter nicht so arg groß, und die beiden Druckpunkte der Sitzbeinhöcker sind ebenfalls nicht angenehm.
Ich habe Sporen und Hilfzügel in einem Satz genannt, weil ich mich auf die Regeln auf dieser Veranstaltung bezog - und den Ausschluss des einen und das Erlauben des anderen etwas merkwürdig finde.
Das ist meine Meinung.
Genauso finde ich es merkwürdig, dass die Gerte teilweise verboten ist, die Hilfszügel aber nicht.
Geschrieben von Gáski am 07.02.2015 um 14:28:
Ich hatte das Glück bei HBB nicht nur einige Lehrgänge sondern auch regelmäßigen Unterricht zu erhalten und konnte in dieser Zeit auch die eine oder andere Lektion bei Kurt Albrecht genießen, wenn dieser zu Besuch war. Beide Ausbilder haben in der Dressurarbeit immer Sporen genutzt, was ich genauso halte. Ich glaube hier wird verkannt, das Sporen nicht dazu dienen, ein Pferd vorwärts zu treiben sondern die Versammlung unterstützen können. Insofern ist der Vergleich mit Hilfszügeln oder Gerten überhaupt nicht zielführend. Beim Anreiten sind diese nicht erforderlich, da es hierbei um frisches vorwärts, geradeaus Reiten und Balancefindung geht, aber sobald eine entsprechende Hankenbeugung gefordert ist und höhere Dressurlektionen ausgebildet werden, sind Sporen durchaus eine sinnvolle Unterstützung, wobei ich mit höheren Dressurlektionen Passage und Piaffe meine, die meine Islandpferde - in entsprechenden Alter und bei vorhandener Eignung - auch erlernen.
Ich gelte damit durchaus als Exote im Islandumfeld, aber bei meinen Pferden kann man auch die Schenkel herannehmen und kommt zum Treiben. Das ist etwas was ich selten sehe. Stattdessen nehme ich häufig nach vorne weggestreckte Reiterbeine war und Pferde, die sofort "abgehen", wenn die Schenkel mal rangenommen werden. In einer solchen Konstellation kann man natürlich behaupten, dass es eine große Tugend ist, auf Sporen zu verzichten. Bedauerlicherweise laufen die meisten solchen Pferde komplett auf der Vorderhand und sind häufig nicht ausbalanciert. Der Begriff Hankenbeugung ist in diesem Bereich vielen Reitern komplett unbekannt. Dabei ist es bei einem korrekt dressurmäßig ausgebildeten Isländer, der sich in Balance befindet, überaus einfach, die entsprechenden Gänge zu reiten.
Anmerkung: Mit dressurmäßiger Ausbildung meine ich kein "Gekringel" nach FN sondern eine klassische Ausbildung gemäß Heeresdienstvorschrift bzw. Wiener Schule.
Geschrieben von Rezo am 07.02.2015 um 14:40:
super gaski, das klingt ja super

dir würde ich sehr gerne mal beim reiten zuschauen! klingt total interessant. und einen isi hab ich noch nie piaffieren sehen, das sähe sicher total genial aus!
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