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Geschrieben von Bylgia am 15.02.2015 um 12:44:
Schweif "aufstellen" im Tölt
Ich hatte eine ganz interessante Disskusion gestern - und zwar zu dem Thema:
Muss der Schweif im Tölt ca. eine "Faustbreit" aufgestellt sein, wenn das Pferd losgelassen läuft, oder nicht?
Soll der Schweif sich "wellen", oder ruhig mitpendeln?
Oder ist das Rassenabhängig was der Schweif macht?
Geschrieben von Sletta am 15.02.2015 um 12:52:
Theoretisch wellt sich doch der Schweif eines entspannten Pferdes automatisch mit, durch die gleichmäßige "Erschütterung" bei jedem Auffussen!?
Geschrieben von Rezo am 15.02.2015 um 12:55:
RE: Schweif "aufstellen" im Tölt
verstehe den unterschied zwischen wellen und mitpendeln nicht?
pendelt er oben an der schweifrübe mit, wellts doch?
edit: sletta, ich würde sagen, das ist nicht wegen dem schlag beim auffussen, sondern weil sich die wirbelsäule bewegt (bei einem rückengänger mehr), was sich bis zur schweifrübe erstreckt.
Geschrieben von Sletta am 15.02.2015 um 13:11:
Ich habe da so verstanden das mit Pendeln die Bewegung von links nach rechts gemeint ist. Beim Wellen "schlägt" der Schweif von oben nach unten eben Wellen und bewegt sich kaum von links nach rechts.
Geschrieben von Topsy am 15.02.2015 um 14:05:
So kenne ich das:
Trab und Foxtrott:
Schweif bewegt sich von oben nach unten (was ich als Welle bezeichne).
Tölt:
Schweif bewegt sich hin- und her (von rechts nach links).
Walk:
Schweif bewegt sich von hinten nach vorne (zwischen den Beinen durch).
Geschrieben von FraukeF am 15.02.2015 um 14:35:
"Töltwelle"
Geschrieben von snappy am 15.02.2015 um 21:11:
Töltwelle - Skörungur lässt sich auch nicht durch meine seltsamen Verrenkungen aus der Ruhe bringen

Geschrieben von Bylgia am 16.02.2015 um 09:24:
Sorry, ich war glaub recht unklar
Z.B. die Pasos in dem video haben grösstenteils den Schweif "angelegt" und er pendelt einfach locker mit
https://www.youtube.com/watch?v=ijneZ-_kW34
und dieses Pferd stellt den Schweif auf
https://www.youtube.com/watch?v=9JatsS-MSlE
Ja - evt. nicht gerade die beste Auswahl an Videos -> aber evt. verständlicher, was ich meine?
Das Argument war genau über eben das. Mein Gegenüber findet, nur wenn das Pferd den Schweif im Tölt min. eine "faustbreit" hebt, läuft es entspannt.
Dann müssten ja aber sämtliche Pasos im ersten Video verspannt laufen -> ist es also Rasseabhängig oder ...?
Geschrieben von Rezo am 16.02.2015 um 09:34:
Bylgia, ich glaube, die Antwort ist in der Anatomie/Biomechanik zu finden. Ich könnte mir noch vorstellen, dass Pferde mit höher angesetztem Schweif diesen eher anheben (können) als jene mit tief angesetztem. So ähnlich wie bspw. ein Araber seinen Schweif ja oft deutlich mehr/höher anhebt als bspw. ein...Isi?
Ist aber reine Vermutung, müsste dies genauer nachlesen, gerade auch mit dieser Aussage "muss faustbreit angehoben sein, sonst ist Pferd im Rücken nicht locker". Find ich grad ein spannendes Thema.
Hier ein Teil (aber für mich noch keine genügend fundierte anatomische Erklärung):
Die Rückenmuskulatur des Pferdes setzt sich bis in die seitlichen Schwanzmuskeln fort. Darum ist ein ruhiger, gerade und leicht aufwärts gebogen gehaltener Schweif ein Indiz für einen entspannt durchschwingenden Pferderücken. Auf der anderen Seite zeigen allerdings ein schief geklemmter Schweif oder nervöses Schlagen mit dem Schweif an, dass der Rücken verkrampft vom Pferd festgehalten wird.
Quelle:
http://www.pferdchen.org/Pferde/Anatomie/Muskulatur.html
Geschrieben von Fehred am 16.02.2015 um 11:48:
Vorab, bei beiden Videos habe ich eine wellenförmige Bewegung erkannt. Aber , wie Rezo schon sagt, das Pferd auf dem ersten Video hat einen hohen Schweifansatz und solche, Araber, Vollblüter, stellen gern den Schweif bei jeder Gelegenheit. Diese Bilder mit der "Fahne" kennen und lieben wir doch alle, oder?
Ein tiefer angesetzter Schweif wird auch gestellt, aber eben in einem anderen Winkel.
Geschrieben von Topsy am 16.02.2015 um 12:01:
Was mir in dem Zusammenhang aufgefallen ist:
manche Pasos haben sogar voll das dicke Lederzeug als Verlängerung des Schweifriemens, der die Schweifrübe verdeckt.
D.h. wenn es bei den Pasos üblich wäre, dass sie ihren Schweif anheben, dann würde dieses Lederzeug sogar sehr stören.
Alleine darin sieht man schon - würde ich jetzt sagen - dass das Schweifheben bei den Pasos eher unüblich ist.
Ja, es kommt auf die Rasse an.
Einen verspannten Rücken sieht man dann eher dadurch, dass der Schweif schief gehalten wird (nach rechts oder links), aber nur durchs "Nicht-Anheben"?! Nein.
Geschrieben von Mior1 am 17.02.2015 um 06:18:
Also die Wertung "eine Faustbreit" würde mir auch die individuelle Anatomie der Pferde nicht genügend berücksichtigen
aber angehoben sollte er immer zumindest etwas sein und auch locker pendeln bzw ich finde im taktklaren Tölt ist es auch eher eine Welle
mich irritiert, dass hier gesagt wird, Pasos "könnten" den Schweif im Tölt nicht anheben, oder das wäre nicht gewünscht, also die Pasos, die ich bisher als locker und schön töltend erlebt habe, haben alle den Schweif "aufgestellt" evtl mehr oder weniger stark aber immer sichtbar
habe mir gerade extra noch mal Bilder von Richards Zingaro angesehen um sicher zu sein, dass ich da kein "Wunschbild" im Kopf habe, aber von ihm habe ich unter dem Reiter im Tölt nur Bilder mit aufgestelltem Schweiß gefunden, ebenso von Arianes Barniz.........also kann "flach anliegend" doch nicht Rassetypisch sein, sondern eher "Reitweisen" typisch
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 07:10:
ich hab zwar in keinem meiner bücher eine zufriedenstellende antwort gefunden. aber ich hab nochmals überlegt, und eigentlich müsste der schweif ganz leicht angehoben werden. mitpendeln sollte er sicher.
der schweif ist ja die verlängerung des langen rückenmuskels, und wenn das pferd über den rücken arbeitet, arbeitet auch der muskel. d.h. es zieht ihn leicht zusammen. um genauer zu sein, es hat ja auf jeder seite der wirbelsäule einen muskel, die arbeiten in wechselwirkung bei jedem schritt (d.h. schritt, trab, tölt. im galopp ist das wieder anders). dementsprechend müsste der schweif leicht mitpendeln und auch leicht angehoben werden, weil der rückenmuskel sich stetig links rechts links recht etwas anzieht. könnte mir aber vorstellen, dass das anheben je nach pferd ein wenig anders, d.h. weniger oder mehr ist, je nach dem wie hoch angesetzt er ist. wird er aber so krass aufgestellt wie bei einem araber, ist das m.e. ein zeichen für zu starke anspannung des rückenmuskels, d.h. rücken ist fest.
dass er mitpendeln muss (links rechts) da bin ich mir sicher. bei der thematik "anheben" bin ich nach wie vor unsicher, weiss nicht, ob ich da nicht irgendwo einen überlegungsfehler mache.
so kann man übrigens auch beobachten, ob der rücken wirklich korrekt mitarbeitet. man sieht zB manchmal, dass er mehr nach rechts als nach links mitpendelt. das hat dann wiederum mit der schiefe zu tun, d.h. eine seite des rückenmuskels ist weniger stark ausgebildet als die andere.
schweifschiefstände sind teilweise auch darauf zurückzuführen. aber nur teilweise, denn es kann auch sein, dass die woanders herkommen wie bspw. beckenschiefstand o.ä.
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 10:00:
Hab noch rasch nach Videos gesucht, hier sieht man ab Minute 0:22 sehr gut, was ich gemeint habe, falls es etwas verwirrend geschrieben war:
https://www.youtube.com/watch?v=u1b3pJqe9ek
PS: Hab das Video nicht angehört, sondern lautlos rasch im Geschäft geguckt

Hab somit keine Ahnung, worum es da genau geht

Mich hat nur grad das Bewegungsbild mit dem Rückenmuskel interessiert.
Geschrieben von stechmuecke am 17.02.2015 um 10:25:
joa, im SCHRITT bewegt sich der Rückenmuskel so. Im Tölt aber anders. Und Heuschmann hat vor 2 Jahren drüber philosophiert, dass der lange Rückenmuskel im Tölt evlt. gar nicht wirklich arbeitet, sondern das die multifidi machen. Das wurde hier im Forum auch schon diskutiert. Ob es inzwischen eine wissenschaftlich fundierte Erklärung dafür gibt, was die Rückenmuskeln letztendlich im Tölt machen, weiß ich nicht.
edit: ich habe noch eine Anmerkung: Das Rocky Mountain Horse mit "trägt" zwar den Schweif, aber für mich läuft es dermaßen unharmonisch (total verspannt, in absoluter Aufrichtung), dass das eine krasse Fehlinterpretation ist, wenn man hier nur auf den Schweif geht. Wenn Pferde sich auf der Koppel profilieren, dann heben sie auch ihren Schweif, locker laufen tun sie trotzdem nicht.
Geschrieben von Wisy am 17.02.2015 um 10:36:
| Zitat: |
Original von stechmuecke
sondern das die multifidi machen. . |
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 10:37:
| Zitat: |
Original von stechmuecke
joa, im SCHRITT bewegt sich der Rückenmuskel so. Im Tölt aber anders. Und Heuschmann hat vor 2 Jahren drüber philosophiert, dass der lange Rückenmuskel im Tölt evlt. gar nicht wirklich arbeitet, sondern das die multifidi machen. Das wurde hier im Forum auch schon diskutiert. Ob es inzwischen eine wissenschaftlich fundierte Erklärung dafür gibt, was die Rückenmuskeln letztendlich im Tölt machen, weiß ich nicht. |
Multifidi? Das höre ich zum ersten Mal, was ist das?
Geschrieben von stechmuecke am 17.02.2015 um 10:42:
die kleinen Muskeln zwischen den Wirbeln.
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 10:50:
Und die Multifidi reichen bis zum Schweif? Wenn nein, ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum der Schweif bei vielen Töltern mitpendelt, wenn der lange Rückenmuskel angeblich nichts tut.
Edit: Ich dachte aber, die Bewegung im Tölt sei grundsätzlich dieselbe wie im Schritt. Darum verstehe ich gerade nicht, warum der Rückenmuskel nichts tun sollte.
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