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Geschrieben von Vinja am 24.07.2015 um 09:16:

  Kastrieren im Sommer. Erfahrung?

Hallo ihr Lieben,

ich möchte meinen Hengst ziemlich zeitnah kastrieren lassen. Geht das so einfach im Sommer? Habt ihr Erfahrung mit der Hormonumstellung? Er ist mittlerweile 12 Jahre und war noch nie im Deckeinsatz.



Geschrieben von rivera am 24.07.2015 um 09:40:

 

von der insektenlage her bestimmt nicht ideal, auch ist der hormonstatus im sommer eher höher.... kannst du nicht bis oktober warten?



Geschrieben von litla am 24.07.2015 um 09:45:

 

Ich habe meinen Vierjährig (hatte gedeckt) vor 3 Jahren im Juli kastrieren lassen. War völlig problemlos - super abgeheilt, ich hatte ihn aber auch in der Eifel auf einer Koppel mit wenig Viehzeug stehen.

Ich hatte ihn kurz vorher gekauft und wollte 1. keinen Hengst und daher 2. nicht noch länger warten und ihm die 6 Monate auf Koppel zum Hormonstatus runterkommen lassen und Herdenleben als Wallach kennenlernen geben. Heute sind die Leute fassungslos, wenn sie hören, dass er mal Hengst war und gedeckt hat großes Grinsen Er war aber auch als Hengst eher ein Schäfchen.

Wenn kein Zeitdruck besteht und die Haltung so wie sie ist ok und pferdegerecht ist, würde ich aber generell auch eher zum Winter hin kastrieren, einfach weil es klimatisch etwas besser ist. Aber es funktioniert natürlich auch problemlos im Sommer



Geschrieben von Smartie am 24.07.2015 um 09:49:

 

Bei Hengsten, die älter als 2-4 Jahre sind, wird ja üblicherweise dazu geraten, sie liegend in der Klinik zu kastrieren. Bzw. Tierärzte weigern sich, wegen der möglichen Komplikationen, meist diese Hengste stehend und ohne Klinikaufenthalt zu legen.

D.h. falls er sowieso in einer Klinik kastriert würde, würde man evtl. vielleicht warten, bis eine weitgehende Heilung eingetreten ist, bevor man das Pferd evtl. wieder Weide und damit Fliegen/ möglichen Wundinfektionen aussetzt.

Ein paar Wochen (3-4 wurde mir gesagt) wird es schon dauern, bevor der Hormonlevel auf Wallachniveau abgesunken sein wird.

Ebony, der mit 2 kastriert wurde, war nach ca. 2 Wochen deutlich weniger hengstig.



Geschrieben von Vinja am 24.07.2015 um 09:56:

 

Zur Zeit steht er in der Box mit Sandpaddock und eher wenig Fliegen.Die Überlegung dahinter ist, dass ich ihn noch in der Weidesaison in die Wallachherde eingliedern möchte. Das stelle ich mir irgendwie besser vor als im Winter auf dem Paddock. Zudem soll er möglichst zeitnah wieder "zu mir" ziehen aber bei uns in der Region gibt es leider nicht den optimalen Hengst- Platz.



Geschrieben von rivera am 24.07.2015 um 09:59:

 

das sind gute gründe, über kastration jetzt nachzudenken. die hormonumstellung dauert aber u.u. monate.. vielleicht können die ta hier dazu was genaueres sagen?



Geschrieben von Escapada am 24.07.2015 um 12:26:

 

Kastration in der Klinik geht auch im Sommer, da wird die Wunde ja normalerweise zugenäht und das Infektionsrisiko durch Fliegen somit auch gesenkt.

Kastration im Stehen zuhause im Stall oder auf der Wiese würde ich wegen der Fliegen und dem damit verbundenen höheren Infektionsrisiko jetzt im Sommer nicht machen. Das lehnen viele Tierärzte aber eh ab.



Geschrieben von Ragna am 24.07.2015 um 13:13:

 

Mein Wallach wurde auch vierjährig in der zweiten Junihälfte kastriert, vermutlich stehend. Danach blieb er für ca. 2 Wochen in der Box und die geschwollenen Reste wurden täglich mit kaltem Wasser gekühlt. Als die Wunde genügend abgeheilt war, kam er wieder zu den Junghengsten und Jungwallachen ins Albtal.

Als er nach ca. 5 Wochen Weide für eine kurze Trainingseinheit wieder auf den Hof kam, hatte er gegenüber Menschen seine Hengstigkeit verloren und hörte wieder gut zu.

Seine Kastration war für September geplant gewesen, aber er fing im Juni an, sich mangels fehlender Weiber eine Gefolgschaft aus jüngeren Hengsten und Wallachen zusammenzutrommeln und vergaß vor lauter Herdenbildung das Fressen.

Obwohl er nie gedeckt hat, weiß er, wie's geht. Er ist eigentlich ganz verträglich und spielt viel mit einem 22- und einem 24-jährigen Wallach. Diesen Sommer hat er auch ziemlich eingesehen, dass er hinter dem Herdenchef nur den zweithöchsten Rang der Wallache hat, aber gestern abend spielten sie mal wieder das Spiel "wer sch***ßt als letzter auf den Haufen" und wollten sich gerade ein bisschen verprügeln, als ich dazwischen ging. Danach war Ruhe.



Geschrieben von litla am 24.07.2015 um 17:33:

 

Sponni wurde auch stehend kastriert - man muss es halt immer auch dem Tierarzt überlassen, und wichtig ist, dass man die Möglichkeit hat das Pferd wieder in die Box zu stellen und täglich zu versorgen, wenn es nicht ideal abheilt.



Geschrieben von Vinja am 24.07.2015 um 18:55:

 

Vielen Dank für die vielen Antworten!
Habe gerade die Nachricht bekommen dass er lahmt unglücklich Eigentlich sollte er nächste Woche die Trainerprüfung mitlaufen. Oje.
Zurück zum Thema,der Tierarzt dort am Stall kastriert nur im Stehen. Da habe ich tatsächlich auch ein mulmiges Gefühl aber er meinte er habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Ich bin noch hin und her gerissen aber eure Beiträge helfen schonmal sich ein wenig zu sortieren!



Geschrieben von rivera am 24.07.2015 um 22:50:

 

bei einem hengst in dem alter würde ich definitiv nur in der klinik und im liegen kastrieren lassen...



Geschrieben von Felischa am 25.07.2015 um 00:33:

 

ein 12 jährigen im stehen und dann im Sommer.... NEVER...

Das ist aber wirklich Lotto, es kann natürlich alles gut gehen, aber das Risiko ist so extrem hoch.

Die Hoden eines Althengstes sind um ein vielfaches grösser als beim Jungtier, unabhängig ob der gedeckt hat.
Durch diese riesen OP Wunde kann sich dann eine Darmschlinge abklemmen
( Darmvorfall) und ein extrem hohes Infektionsrisiko.

Hier in der Gegend legt kein TA ein ab 2 Jährigen mehr draussen NUR Klinik. Ja es ist teurer, aber wenns schiefgeht wirds noch teurer.

Bei einem Althengst kann es auch lange dauern bis der Hormonspiegel sinkt, hier gilt mind 6 Wochen keine Stuten da sie noch zeugen könnten.
Aber decken, hängt vom Charakter ab.. manche tun es nie obwohl lange Hensgt gewesen andere werden mit 9 Monaten gelegt weil nur auf den Stuten und macht es auch nach 8 Jahren immer noch.



Geschrieben von Funny_Girl am 25.07.2015 um 00:45:

 

Ich schließe mich Rivera an, ich würde bei dem Alter des Hengstes kein Risiko eingehen.

Zitat:
Ragna schrieb:

Mein Wallach wurde auch vierjährig in der zweiten Junihälfte kastriert, vermutlich stehend. Danach blieb er für ca. 2 Wochen in der Box und die geschwollenen Reste wurden täglich mit kaltem Wasser gekühlt. Als die Wunde genügend abgeheilt war, kam er wieder zu den Junghengsten und Jungwallachen ins Albtal.


Mein Hafi wurde damals 2 3/4jährig (im Januar) im Stehen kastriert.
Er blieb am Tag der Kastration mit seinem Leidensgenossen noch am Barren angebunden (sonst waren die Junghengste zusammen in einem großen Laufstall), am Tag danach wurden sie auf dem Reitplatz ein paar Runden geführt, ab dem zweiten Tag postoperativ kamen sie (jeder einzeln, damit sie sich nicht gegenseitig aufstacheln) stundenweise auf den Platz. Sie sollten sich moderat bewegen, damit die Schwellung schneller zurückging.
So handhabte das der renommierte Züchter mit jahrzehntelanger Erfahrung schon sehr lange und ist damit wohl immer gut gefahren.



Geschrieben von Silberfeder am 25.07.2015 um 17:26:

 

Bedenken würde ich auch wegen der großen Hitze haben und der Betäubung haben, könnte mir Vorstellen das ist für den Kreislauf eine zusätzliche Belastung.
Muss aber natürlich nicht zutreffen.

Ich würde wohl auch in die Klinik fahren in dem Alter und wenn es um diese Jahreszeit sein soll würde ich evtl. sogar mit einem Junghengst dorthin fahren um sicher zu gehen.

Meiner wurde dieses Frühjahr gelegt mit einem Jahr. Würde es wieder um diese Jahreszeit machen, es verheilte ohne probleme ganz schnell.



Geschrieben von Baron am 27.07.2015 um 13:06:

 

Einige Kliniken kastrieren inzwischen "durch die Leiste", wegen oftmals Narbenprobleme am Hodensack.
Dann kann man im Sommer sicherlich eine Fliegendecke draufmachen umd die Flugbiester abzuwehren, frag doch mal nach.

Generell würde ich so ein altes Tier immer nur in der Klinik kastrieren lassen, niemals vom Haus-TA



Geschrieben von Vinja am 25.08.2015 um 20:33:

 

So, Morgen ist der Termin. Oje, ich hoffe es geht alles gut Augen rollen



Geschrieben von Atli am 25.08.2015 um 22:11:

 

Bestimmt!
Wird in der Klinik oder zu Hause kastriert?

Mein Ex-Deckhengst wurde mit 9 J. problemlos im Stehen bei uns kastriert.
Die Hoden der Dreijährigen sind auch nicht wirklich kleiner. Gerade heute habe ich mal wiedernachgefühlt und erfreulicherweise bei Granat ZWEI grosse Hoden ertastet. Der ist also auch in Kürze dran Zunge raus

Viele Grüsse aus der Eifel
Astrid

Ach ja, gegen die Fliegen kannst du Wellcare nehmen



Geschrieben von Vinja am 26.08.2015 um 15:04:

 

Danke! Ja,am Hof. Hat alles gut geklappt. Auch das Aufstehen verlief ohne Probleme. Danke für den Tipp mit dem Wellcare, da muss ich mir das schnell noch besorgen.jetzt muss die Wunde nur noch gut abheilen.....



Geschrieben von Vinja am 11.10.2015 um 22:46:

 

Wollt nur kurz einmal berichten, dass er vor einer Woche in seine neue Herde eingezogen ist. Da war schon ordentlich etwas los aber jetzt glätten sich die Wogen. Ich freue mich, dass er jetzt Gesellschaft hat großes Grinsen


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