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Geschrieben von Zambezi am 28.11.2013 um 19:40:
| Zitat: |
Original von Atli
Im Prinzip reite ich viel mit Handpferd - auch mit den bereits sehr weit ausgebildeten Turnierpferden. Damit macht es dann richtig Spaß - so wie z.B. im letzten Winter mit Handpferd lange Galoppstrecken im Schnee. Wenn ich diese als Handpferd habe, brauche ich mich fast gar nicht kümmern. Ich reite das Reitpferd ganz normal, habe rechts noch einen weiteren Zügel in der Hand, der aber immer locker durchhängt.
|
Ja, das ist super
Mit einem eingespielten Team macht es richtig Spaß.
Ist auch eine tolle Möglichkeit, zwei Pferde zu bewegen, wenn man mal nicht die Zeit hat, beide zu reiten.
Geschrieben von viertakt_sus am 28.11.2013 um 20:08:
RE: "Du reitest keinen Vierjährigen"
als echten "luxus" empfinde ich es, mein eigenes fohlen "bei fuß" aufwachsen zu lassen ... die ersten ausflüge - keine 4 wochen alt - freilaufend neben der mutter und heute mit einem jahr als handpferd (muss zugeben, dass ich die kleine in gegenden, die ich sehr gut kenne, z.b. im wald ab und zu noch frei laufen lasse

) es ist einfach zu schön zu sehen, wie sie sich katzengleich durchs unterholz bewegt - das ist körperschulung pur... über baumstämme, gräben, bergauf und bergab... wenn ich glück habe, kommt sie sogar auf zuruf und ich kann sie vom pferderücken aus wieder anbinden ...
... und die alltäglichen dinge wie verkehr, plane und - wie heute - große eispfützen sind für sie
Geschrieben von Hoan am 29.11.2013 um 20:42:
Es ist schön zu hören, dass auch viele andere hier ihre Pferde selbst fürs Anreiten vorbereiten, dann auch anreiten (oder wenn sie es nicht (mehr

) selbst tun, dies zumindestens sehr genau planen und beobachten) und sich bei allem viel Zeit lassen. Der private Bereich ist in diesem Zusammenhang wohl auch eher wenig problematisch.
Ganz anders sieht es im Profibereich aus: Hier ist Zeit wirklich Geld! Der vielversprechende Hengst, die tolle Stute: Je früher FIZO, desto früher richtig Geld. Das zukünftige Freizeitpferd: Wer kauft den 5 jährigen Viergänger, der "bestimmt später mal tölten wird" - nö, das soll er doch bitte jetzt schon tun, obwohl er bisher freilaufend in jeder Lebenslage trabte. Entsprechend forciert wird die Ausbildung all dieser Pferde vorangetrieben. Den "Profis" will ich nicht den guten Willen absprechen, aber die ökonomischen Zwänge sind schon deutlich.
Geschrieben von litla am 29.11.2013 um 21:38:
@Hoan: und das ist das Problem. Ich kopiere hier mal einen Text, den ich im IPZV-Forum geschrieben habe:
"Als weder-Trainerin, noch Tierärztin, noch Funktionärin oder irgendwie qualifiziert, macht mich hier immer nur ein Wort traurig, und das ist "schnell".
Pferde werden über 30 Jahre alt. Pferde sind meistens bis 20 zu 100% leistungsfähig. Fast alle, die ein Pferd wollen und kaufen, gehen davon aus, es 15+ Jahre reiten zu können.
Kinder gehen mindestens 9 Jahre in die Schule. Ausbildungen, Uni...dauern mindestens 3 Jahre. Und Pferde sollen in 3 Monaten alles können? Und wenn sie ein bisschen langsam, ängstlich, spätreif, herausfordernd, eigenständig sind, dann muss man sie brechen, damit sie ja nicht ein paar Wochen länger brauchen?
Hier müssen wir alle umdenken. "
Mein 5jähriger ist ein tolles Pony von Natur aus. Lieb, eifrig, kooperativ, freundlich - aber er hat Probleme mit dem Gleichgewicht, mit der Gangtrennung - und ich bin auch nicht immer nur eine Hilfe, ich bin ja auch nur ein Mensch und nicht die begabteste Reiterin der Welt

Ich kenne so viele in seinem Alter, die wirklich seit 4,5 durchgeritten sind...klar können die mehr. aber um welchen Preis?
Geschrieben von Zambezi am 29.11.2013 um 22:20:
Gut gesagt, litla!
Ich kenne zum Glück auch genug Ausbilder, die auf jedes Pferd individuell eingehen und ihm die Zeit geben, die es braucht. Aber es gibt eben leider auch viele, bei denen die Pferde in eine Schablone reingepresst werden und funktionieren müssen
Wenn man sein Jungpferd selbst ausbildet, ist man da natürlich besser dran und kann sich Zeit lassen. leider gibt es aber auch Pferdebesitzer, die ihr Pferd irgendwohin in Beritt geben und nach 2 Monaten erwarten, dass das Pferd perfekt ausgebildet ist. Das ist natürlich unrealistisch, auch wenn ein erfahrener Profi in 2 Monaten wahrscheinlich mehr erreicht als der Pferdebesitzer selbst.
Und ganz übel wird es bei den Pferdebesitzern, die durch das Pferd ihr eigenes Ego aufpolieren wollen und es ohne Rücksicht auf Verluste auf Turnieren verheizen. Sobald Geld oder übertriebener Ehrgeiz ins Spiel kommen, müssen meistens die Pferde drunter leiden. Ich kann inzwischen auf keinen Turnierplatz mehr gehen, denn mich packt die kalte Wut, wenn ich sehe, dass Kinder ihre armen Ponys in Rollkurmanier runterriegeln, während die Eltern am Rand stehen und rufen "zieh dem Bock eine drüber, wenn er nicht pariert".
Geschrieben von Ragna am 02.12.2013 um 13:39:
Eine Bekannte hat gerade in einem Schweizer Islandpferdeforum davon geschrieben, dass eine dreijährige Islandstute vom Beritt zurückkam. Ein anderes dreijähriges Islandpferd wird ab und zu mal ohne Sattel geritten und als Handpferd mitgenommen und soll im Januar eingeritten werden. Die Besitzerinnen sind beide wohl keine u50 kg-Elfchen.
Mich schüttelt's da ganz arg. Bei der dreijährigen Ragna hatte ich manchmal das Gefühl, die könnte mehr tun, vor allem geistig, aber trotzdem kam mir nie der Gedanke, sie einen Tag vor dem Januar/Februar in ihrem fünften Winter anreiten zu lassen.
Geschrieben von Akino am 02.12.2013 um 19:17:
Und das ist dann der Punkt, wo ich die Leute, die trotz begrenzter Erfahrung ein Jungpferd kaufen und das selbst ausbilden wollen, absolut verstehen kann.
Und ich weiß an der Stelle nicht, ob professioneller Hauruck-beritt oder privater Diletantismus besser ist für das Pferd.
Geschrieben von Hesting am 02.12.2013 um 19:25:
Habe gerade erst wieder gelesen, dass die meisten (der bekannten) isländischen Züchter ihre Jungpferde 3 1/2 jährig innerhalb von 6 - 8 Wochen anreiten, ihnen anschließend eine kurze Pause (von ca. 2 Wochen) "gönnen" und sie dann, je nach Material und Entwicklungsstand, weiter ausbilden, um sie 4 jährig bei den Materialprüfungen vorstellen zu können.
Ich finde, dass hat so einen leichten Touch von Kinderarbeit und man freut sich schon fast für diejenigen, die in ihrer Entwicklung etwas zurück sind und noch einmal eine Schonfrist bekommen.
Aber Zeit ist nunmal Geld und gerade die Züchter, die mit bzw. durch ihre Pferde Geld verdienen, stehen unter Druck um am Markt bestehen zu bleiben. Da wird die Tatsache, dass Islandpferde Spätentwickler sind, doch gerne mal unter den Teppich gekehrt

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Geschrieben von Smartie am 02.12.2013 um 20:39:
Wahrscheinlich haben die dreijährig angerittenen Isländer noch "Glück"?
Die (einige der) bekloppten Amerikaner reiten teilweise schon TWH-Jährlinge und dann häufig noch mit Pads.
Furchtbar, da sieht man direkt schon die zukünftigen Gesundheitsprobleme
Die armen Kleinen
Ebony ist zwar deutlich größer (~1,54m) und kräftiger, als viele andere Jährlinge aber ich würde niemals auch nur ein Kind auf ihn setzen.
Geschrieben von Velvakandi am 02.12.2013 um 20:45:
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Original von Hesting Da wird die Tatsache, dass Islandpferde Spätentwickler sind, doch gerne mal unter den Teppich gekehrt
. |
Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass es kein Spätentwickler unter den Pferden gibt. Ein Pferd ist ein Pferd ist ein Pferd. Ein zweijähriges Vollblut ist genausowenig bereit für eine Reitpferdekarriere wie ein Isländer. Vor 7 ist kein Pferd ausgewachsen
Geschrieben von Zambezi am 02.12.2013 um 20:54:
Um Gottes Willen, Smartie ... so was Schreckliches hab ich schon lange nicht mehr gesehen
Den würde ich am liebsten vom Pferd runterziehen
In Amiland ist es ja leider trauriger Standard, dass Pferde aller Rassen schon mit 2 angeritten werden, mit 3 die ersten Shows mitlaufen ... und wenn sie platt sind, gehen sie nach ein paar Jahren in die Zucht. Wenn man auf Futuritys starten will, bleibt eigentlich gar keine andere Möglichkeit.
Die spinnen, die Amis (Gott sei Dank nicht alle) ... wir Europäer müssen uns da wirklich keine Scheibe abschneiden. Zumindest, was den Gangpferdebereich angeht, sind wir noch viel pferdefreundlicher ... hoffentlich bleibt es so.
Geschrieben von Wisy am 02.12.2013 um 20:56:
das macht betroffen, wütend, hilflos...alles auf einmal...
Geschrieben von Flair0706 am 02.12.2013 um 22:29:
Mir bricht so ein Video echt das Herz.
Ich habe es gemeldet, auch wenn man damit das Grundproblem nicht lösen kann. Schrecklich wie man auch nur auf die Idee kommt sich auf ein qausi noch Kind drauf zu setzen, ist echt unfassbar.
Geschrieben von babu am 02.12.2013 um 22:59:
Ich kann dort im Moment keine Videos sehen - warum auch immer - schlimm ist es allemal! Bei solchen Themen muss ich immer an die Galopper denken, die werden standartmäßig schon mit zwei Jahren trainiert!
Unser erstes Pferd hat mein Mann selbst ausgebildet obwohl auch er relativer Anfänger war: vor dem fünften Sommer war da nix mit Sattel. Wir sind erst zusammen ganz viel spazieren gegangen (einmal in der Woche stand joggen für meinen Mann auf dem Programm - tat nicht nur dem Pferd gut ;-) ), dann recht lange mit dem Wallach als Handpferd rausgegangen. Man konnte deutlich sehen, wie er an Muskeln zunahm.
Und dann hat mein Mann sich irgendwann drauf gesetzt.
Zu der Zeit hatte ich dann ein Pferd als Reitbeteiligung und wir haben dann Strecke gemacht.
Ich stehe auch heute noch auf dem Standpunkt, dass ich kein Pferd vor dem fünften Lebensjahr unter dem Sattel sehen möchte. Vorher etwas "Gehirnjogging" wie Hufe geben, ans Halfter gewöhnen, mal spazieren gehen, ... etc. ist ok aber in Maßen.
Ich habe schon so viele Pferde gesehen, die zu früh unter den Sattel geholt wurden und bei denen es bis heute negative Auswirkungen hat. Wenn ich dann manchmal was dazu sage, heißt es, dass die großen Züchter das ja auch machen und die Isländer in Island ja auch - ich habe ja keine Ahnung!
Da bin ich froh, dass ich mich damit eigentlich nicht rumschlagen muss weil wir unsere eigenen Pferde haben aber leid tun einem die Tiere trotzdem.
Geschrieben von fjoerdis am 03.12.2013 um 16:00:
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Original von Flair0706
Mir bricht so ein Video echt das Herz.
Ich habe es gemeldet, auch wenn man damit das Grundproblem nicht lösen kann. Schrecklich wie man auch nur auf die Idee kommt sich auf ein qausi noch Kind drauf zu setzen, ist echt unfassbar. |
Video ist entfernt worden. Ich habs nicht gesehen, aber das ist glaub ich auch gut so. Ich kann mir diese ganzen Quälereien auch nicht ansehen. :-(
Geschrieben von Flair0706 am 03.12.2013 um 19:27:
War auch finde ich schlimm, gerade das die schon Gewichte o. ä. an den Hufen hatten, da dachte ich echt mir geht die Hutschnur hoch. Mir käme nie in den Sinn mich auf so ein junges Tier zu setzen, obwohl ich klein und leicht bin. Geschweige denn mit Sattel und allem drm und dran.
Wir trainieren mit unserer 3,5-jährigen Stute auch so langsam das Gelände und sie macht sich super gut.
Geschrieben von stechmuecke am 03.12.2013 um 20:14:
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Original von Flair0706
War auch finde ich schlimm, gerade das die schon Gewichte o. ä. an den Hufen hatten, da dachte ich echt mir geht die Hutschnur hoch. Mir käme nie in den Sinn mich auf so ein junges Tier zu setzen, obwohl ich klein und leicht bin. Geschweige denn mit Sattel und allem drm und dran.
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unterschreibe ich voll und ganz.
Dafür gibt es für mich dann auch überhaupt kein Argument mehr, warum man sowas tut.
Geschrieben von Mósa-mín am 03.12.2013 um 20:38:
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Original von Hesting
Habe gerade erst wieder gelesen, dass die meisten (der bekannten) isländischen Züchter ihre Jungpferde 3 1/2 jährig innerhalb von 6 - 8 Wochen anreiten, ihnen anschließend eine kurze Pause (von ca. 2 Wochen) "gönnen" und sie dann, je nach Material und Entwicklungsstand, weiter ausbilden, um sie 4 jährig bei den Materialprüfungen vorstellen zu können.
Ich finde, dass hat so einen leichten Touch von Kinderarbeit und man freut sich schon fast für diejenigen, die in ihrer Entwicklung etwas zurück sind und noch einmal eine Schonfrist bekommen.
Aber Zeit ist nunmal Geld und gerade die Züchter, die mit bzw. durch ihre Pferde Geld verdienen, stehen unter Druck um am Markt bestehen zu bleiben. Da wird die Tatsache, dass Islandpferde Spätentwickler sind, doch gerne mal unter den Teppich gekehrt
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Nicht nur die bekannten Züchter. So gut wie alle haben seit Okt/Nov ihre 2010er im Stall und ich habe schon unzählige Bilder auf FB usw. gesehen, auf denen die nicht mal 3,5-jährigen bereits im vollen Gangtraining sind
Mir wurde auch schon der Tipp gegeben unsere Pferde 3jährig anzureiten, denn "dann können sie sich noch nicht so gut wehren"
Ich gelte auch oft als Sonderling weil ich z.B. meine 4jährige diesen Herbst nicht angearbeitet habe. Sie war vom Kopf her einfach noch soo babyhaft, die kommt aller frühestens nächsten Sommer dran!
Dabei setze ich mich grundsätzlich maximal zum auf- und absteigen üben auf eine 4-jährigen und wenn mal ein motivierter "Frühentwickler" dabei ist, lasse ich mich 2-3 Male für wenige Minuten im Schritt führen. Danach gibts für die Ponys mind. 6 Monate Pause auf unserem Hochlandberg um das gelernte zu verarbeiten und den Kopf wieder frei zu bekommen.
Ich habe aufgehört solche Themen mit zweibeinigen Isländern zu diskutieren. Bringt nix. Die WOLLEN sich einfach keine Gedanken dazu machen...
Geschrieben von Gateada am 04.12.2013 um 16:05:
Ganz besonders schlimm und schade finde ich es dann, wenn angeblich ganz besonders pferdefreundliche "Gesundheitstrainer" junge Pferde zwar an der Hand ausbilden, dabei aber nicht beachten, dass ein Pferd sich keine 60min am Stück konzentrieren kann. Bei uns am Stall jede Woche zu beobachten, ich gehe mit meiner Jungen meine 10-15 min Handarbeit machen, und parallel sieht man sie dann mit dem völlig überforderten Jungpferd kämpfen, steigen provoziren um es wieder "auszutreiben" und und...und dies unter dem Deckmantel "wir machen doch Bodenarbeit", es handelt sich um renommierte Ausbilder mit hoher Präsenz z.B. auch auf Messen, mit enormen Stundensätzen und ich wünsche mir es würden die Besitzer manchmal ihr Hirn einsetzen, denn das sieht bei so ziemlich allen Pferden anfangs sehr spannig aus, je nachdem wie schnell sie letztlich aufgeben und sich unterordnen.
Ich meine, ich will doch Gesundheit und Freude?! Und dann bekommst du immer wieder diesen Guru-Namen unter die Nase gerieben, "xy hat gesagt dass...", "die brauchen das" usw.
Langsame Jungpferdearbeit ist eben out. Bei uns hat der heutige Stand auch 2-3 Jahre benötigt und es ist noch Jungpferdeniveau, und auch wir sind begeisterte Handpferdereiter, aber auch Freiarbeiter, Bodenarbeiter und eben nur z.T. Reiter - auch gesundheitlich bedingt.
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