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Geschrieben von rivera am 26.01.2014 um 11:30:
ich habe hier bisher eigentlich nicht irgendwelche "seiten" gesehen, stechmücke.
selen ist kein einfaches thema, weil eben eine überdosierung schnell zu vergiftungen führt. es kann nie verkehrt sein, das bei diskussionen über selen und selenmangel zu bedenken zu geben. skyggnir hat nicht vorgeschlagen, kein mineral zu füttern, sondern mineralien aus natürlichen quellen zu nehmen.
natürlich ist man angefasst, wenn die eigenen pferde krank sind. und es ist nicht immer einfach, das richtige zu tun. darüber muss ja jeder für sich entscheiden. hier kann man nur tips bekommen aus der jeweiligen erfahrung von anderen - die halt auch unterschiedlich ist.....
Geschrieben von Plüschpony am 26.01.2014 um 11:42:
Ich habe vor kurzem auch ein Blutbild von meinem Pferd machen lassen, warte zwar noch auf die genauen Ergebnisse, aber der Selenwert ist wohl doch auch zu niedrig, so dass der Tierarzt empfehlen würde, ein Präparat hinzuzufüttern.
Viele schreiben ja über die toxische Wirkung von Selen, die theoretisch ja schon sehr schnell eintreffen kann und dass man eben bei einer gezielten Zufütterung sehr vorsichtig vorgehen sollte.
Mir stellt sich gerade die Frage, ob denn jemand tatsächlich Erfahrungen mit einer Überdosierung hat?
Also, Krankheiten o.ä. die eindeutig auf eine Überdosierung von Selen zurückzuführen sind?
Ich erinnere mich gerade nämlich an einen Vortrag von St.Hippolyth, in dem die Referentin meinte, dass man damit nicht so ängstlich umgehen sollte, da ihr noch nie ein Pferd mit Schäden durch zu viel Selen untergekommen sei.
Wie seht ihr das?
Geschrieben von Skyggnir am 26.01.2014 um 12:20:
@Plüschpony,
schreib doch mal Tebasile an!
@rivera,
danke! Ich habe nach stechmückes Beitrag schon an meiner Schreibkompetenz gezweifelt.
@stechmücke
Ich hatte nirgends geschrieben, dass ein Pferd kein Selen braucht. Fragwürdig ist allerdings in (nicht nur) meinen Augen die (dauerhafte!) Zufuhr synthetischer Vitamine und Mineralien. Und genau das tut man mit der täglichen Mineralfuttergabe, wenn man auf die üblichen Bigs & Co. zurückgreift.
Wenn ich einen Mangel an irgendwas habe und der Doktor rät mir zu Eisen, Zink oder Vitamin B, dann gehe ich allerdings auch nicht los und kaufe Pillen, sondern versuche den Mangel anders zu substituieren. Allenfalls würde ich nur über einen sehr begrenzten, kurzen Zeitraum zu synthetischen Mitteln greifen (und mich anschließend mit einer Leberentgiftung befassen- obwohl die menschliche Leber bei weitem nicht so sensibel wie die pferdische ist).
@Kolgrimma
Wir haben vor rund fünf Jahren auf CDVet Micromineral umgestellt, vor allem, weil wir den Sommerekzemer stoffwechseltechnisch entlasten wollten (Sommerekzem = massive Entgiftung über die Haut). CDVet besteht aus rein natürlichen Quellen.
Wir waren anfangs auch etwas skeptisch, aber der Langzeittest ist durchweg positiv. Keine Mängel, Pferde sind gesund und gut drauf.
Geschrieben von Lind am 26.01.2014 um 15:54:
Im Moment verunsichert mich alles und jeder und ich Weiß gar nicht, ob ich überhaupt was schreiben mag. Wir probieren jetzt mal diesen Weg und ich weiß natürlich nicht, ob es gut ist selten durchzufüttern. Ich weiß aber, dass beide Pferde einen großen Mangel haben. Der Referenzwert ist 100 und beide Pferde haben unter 50. Beide haben einen sehr schlechten Muskelstoffwechsel. Die TÄ vermutet einen Zusammenhang und natürlich werden wir die Werte mittels Blutbild wieder kontrollieren.
Wir werden sehen, was sich dann tut.
Geschrieben von Skyggnir am 26.01.2014 um 18:12:
Liebe Lind,
ich wollte Dich keinesfalls verunsichern. Allenfalls vielleicht einen langfristigen Denkanstoß liefern.
Von jetzt auf gleich würde ich in einer akuten Phase auch keine gravierenden Veränderungen vornehmen, außer, ich bin sehr verzweifelt und habe keinen anderen Ausweg oder der TA/THP meines Vertrauens rät mir dazu.
Gute Besserung weiterhin für Lind!
Geschrieben von Wisy am 26.01.2014 um 20:53:
Lind, ich wollte dich auch nicht verunsichern, nur anregen, ein Mineralfutter zu wählen, in dem vielleicht kein Menadion enthalten ist.
Wir hatten vor 2 Jahren auch mehrere Selenmangelpferde am Stall und GsD einen sehr umsichtigen SB, der sofort Bodenproben gezogen hat und dann für viel Geld die Sachen, die unter dem Normwert waren, ergänzt (unter anderem eben Selen). Die jetzigen Bodenproben (aktuell Januar 2014) und die Futteranalyse des letztes Jahr auf dem Boden selbst aufgezogenen Futters zeigen eindeutige Ergebnisse : die Düngung kam gut in den Pflanzen an und unsere Pferde sehen mit dem Futter prima aus und haben keine Mangelerscheinungen, so wird jetzt wieder weiter verfahren. Ist zwar ein teurer Weg (allein die Düngung hat ca. 2000,--€ gekostet), aber der richtige.
Das ist aber natürlich nur die Lösung für die Zukunft, den du im Hinterkopf behalten solltest. Für den Moment brauchst du eine kurzfristige Lösung und da musst du wohl dem TA vertrauen, denke ich. Auch von mir gute Besserung an die süße Maus!
Geschrieben von Lind am 26.01.2014 um 21:50:
Eben, wir brauchen eine kurzfristige Lösung. Über die Düngung unserer Wiesen können wir dann nachdenken.
Und wenn man immer wieder Rehefälle bei verschiedenen Pferden hat und alle gängigen Ursachen (Futter, Gift(pflanzen), Cushing, EMS, Belastungsrehe, Futterzustand ...) ausgeschlossen hat und die Pferde trotzdem immer wieder Rehe bekommen IST man verzweifelt.
So langsam weiß ich auch nicht mehr, auf wen ich vertrauen soll. Ich find die TÄ gut, aber niemand ist unfehlbar und weiß alles. Ich möchte nicht aus einem Sch.. zwei machen, aber auch nichts wichtiges versäumen.
Geschrieben von Kolgrimma am 26.01.2014 um 22:28:
ALso zur Bodenprobe... Mein Boden ist in Versorgungstufe C bei Zink und Selen. Kalium, Magnesium und einwenig Natrium fehlt. Kalken muss ich auch.. sonst ist meine Weide ganz gut versorgt..
Geschrieben von Atli am 27.01.2014 um 11:37:
| Zitat: |
Original von Plüschpony
Viele schreiben ja über die toxische Wirkung von Selen, die theoretisch ja schon sehr schnell eintreffen kann und dass man eben bei einer gezielten Zufütterung sehr vorsichtig vorgehen sollte.
Mir stellt sich gerade die Frage, ob denn jemand tatsächlich Erfahrungen mit einer Überdosierung hat?
Also, Krankheiten o.ä. die eindeutig auf eine Überdosierung von Selen zurückzuführen sind? |
Vor ca. 20 Jahre habe ich meinem damaligem Sportpferd eine Kur mit Selen und Vitamin E "gegönnt". Die Kur war insgesamt 4 oder 6 Wochen und kurz vorm Ende stand mein Pferd da mit Schaum vorm und im Maul als ob er Waschpulver gefressen hatte
Und nein, es gab zu der Zeit außer Lava auf dem Paddock NICHTS, was hätte ansonsten aufgenommen werden können.
Für mich war der Zusammenhang mit der Selen-Kur eindeutig! Sofort das Selen abgesetzt und ich habe nie wieder solch einen Schaum vorm Maul gesehen.
Viele Grüße aus der Eifel
Astrid
Geschrieben von Wisy am 27.01.2014 um 12:56:
| Zitat: |
Original von Plüschpony
Ich erinnere mich gerade nämlich an einen Vortrag von St.Hippolyth, in dem die Referentin meinte, dass man damit nicht so ängstlich umgehen sollte, da ihr noch nie ein Pferd mit Schäden durch zu viel Selen untergekommen sei.
Wie seht ihr das? |
Sehr mutige These! Ich glaube wohl, dass sie keine Pferde mit signifikanten Schäden gesehen hat, weil eine akute Vergiftung meist tödlich endet und eine chronische Vergiftung selten vorkommt und wenn, dann kaum als solche erkannt wird.
Lies doch mal
hier in der Giftdatenbank, das sind nun wirklich wissenschaftlich fundierte Ergebnisse.
Geschrieben von Felischa am 28.01.2014 um 01:49:
dem schliesse ich mich mal an.
Auch wenn ich das Hippolytfutter ganz Ok finde und ja selber füttere.
Finde ich Aussagen von den "Experten" immer sehr gewagt denn die wollen vor allem eins VERKAUFEN.
Bei Josera wurde einem Rehepony Luzerne empfohlen in Mengen die sicherlich den nächstten Schub ausgelöst hätte..
Auf entsetztes dazwischenrufen eines erfahrenen Züchters wurde recht ungehalten reagiert.
Über oder Unterversorgung ist immer sehr schwer festzustellen eine Blutprobe ist nur eine Momentaufnahme und zeigt leider auch nicht alles.
Immer das Ganze Bild betrachten.
Deutsche Böden sind in den meissten Fällen Unterversorgt, daher sollte man bei tragenden Stuten das überprüfen aber nicht blind einfach drauflos füttern
Geschrieben von Raio am 28.01.2014 um 08:28:
Hallo,
Bei Zink und Selen sollte man im Auge behalten, dass das Antagonisten sind, die sich bei gleichzeitiger Zufütterung gegenseitig behindern. Da ich letzten Sommer auch ein Pferd mit Selen- und Zinkmangel hatte, wurde mir empfohlen, die Zusatzfutter wochenweise abwechselnd zuzufüttern. Dadurch hat das Pferd mehr von der Gabe.
PS. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen in Bezug auf die Notwendigkeit, Selen sehr genau zu dosieren.
Gruß & gute Besserung für Dein Pferd
Beate
Geschrieben von fjoerdis am 28.01.2014 um 10:04:
| Zitat: |
Original von Raio
Bei Zink und Selen sollte man im Auge behalten, dass das Antagonisten sind, die sich bei gleichzeitiger Zufütterung gegenseitig behindern. |
Und wer macht dann diese Präparate wo beides in einem ist?? Wenn die sich gegenseitig behindern, dann ist so ein Präparat doch gerade mal so nützlich wie gar nichts zu füttern ...
Geschrieben von Raio am 28.01.2014 um 11:18:
Tja, nach der Sinnhaftigkeit darf man nicht immer fragen. Es gibt auch genug "normale" Mineralfutter, bei denen die großzügig bemessenen "Massen-"Elemente ( ich meine die Nicht-Spurenelemente) die Aufnahme der enthaltenen Spurenelemente zuverlässig verhindern...
Gruß Beate
Geschrieben von Wisy am 28.01.2014 um 11:27:
Zink und Selen sind keine Antagonisten.
Der Hauptantagonist zu Zink ist Kupfer, Selen ist der Antagonist zu Schwermetallen wie Cadmium oder Quecksilber.
Geschrieben von Plüschpony am 30.01.2014 um 20:29:
Danke schonmal für eure Antworten!
Ich war auch ein wenig skeptisch, als ich das gehört habe und fand die These sehr gewagt. Denn nur weil ihr noch kein Pferd untergekommen ist, dass eindeutige Schäden oder Anzeichen einer Vergiftungserscheinung hat, heißt das ja noch nicht automatisch, dass man da bedenkenlos Selen ins Pferd schaufeln kann (übertrieben ausgedrückt).
Danke Atli für deinen Erfahrungsbericht, das klingt ja alles andere als gut und da scheint ja dann definitiv ein Zusammenhang mit Selen da gewesen zu sein.
Daher denke ich auch, lieber im Zweifelsfall vorsichtig mit solchen Kuren zu sein...
Geschrieben von fjoerdis am 31.01.2014 um 10:42:
Ich finde es generell wichtig, ab und an eine Blutkontrolle zu machen, auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist. Aber man kann dann schon konkret handeln und nicht blind irgendwas ins Pferd schaufeln, weils ja so gut sein soll.
Geschrieben von Lind am 31.01.2014 um 15:55:
Ich denke auch, dass man vorher eine Blutprobe machen sollte. Deshalb füttern wir ja jetzt zu - genau dosiert und berechnet, auch im Hinblick auf das Mineralfutter, dass sie ja auch noch bekommen.
Wenn die Dose zu Ende ist, gibts das nächste Blutbild.
Unser TÄ hat uns übrigens empfohlen morgens Selen und Zink zu füttern und Abends das normale Mineralfutter. Damit könnten sie alles gut aufnehmen. Das Kupfer würd nämlich die Aufnahme von Selen behindern.
Geschrieben von Wisy am 31.01.2014 um 17:00:
Wie geht es denn Lind überhaupt jetzt?
Geschrieben von Lind am 01.02.2014 um 08:53:
Das ist schwer zu sagen. Schlecht ging's ihr nie. Der Schritt war immer klar, aber ich hatte das,Gefühl, dass sie den Kopf “einzog“. Das ist weg. Im Trab lahm sie noch ein bisschen. Da sie ja aber auch vorher im Trab kaum lahmte, ist es schwer Verbesserungen festzustellen. Aber ein bisschen könnte besser sein. Wenn man sie im Schritt sieht, denkt man nicht, dass sie krank ist.
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