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--- Schweif "aufstellen" im Tölt (http://www.dasgangpferdeforum.de/thread.php?threadid=9198)
Geschrieben von stechmuecke am 17.02.2015 um 11:24:
| Zitat: |
Original von Rezo
Und die Multifidi reichen bis zum Schweif? |
Die multifidi enden nach meinem schlauen Buch im Sakrum, genau wie der longissimus auch.
| Zitat: |
Original von Rezo
Wenn nein, ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum der Schweif bei vielen Töltern mitpendelt, wenn der lange Rückenmuskel angeblich nichts tut. |
Aber warum denn? Wenn er nur passiv ist, dann macht er halt aktiv nichts, lässt aber die Bewegung ja trotzdem durch. Die Bewegung "fließt" durchs Pferd und zwar durch das ganze, von der Schweifspitze bis zur Nasenspitze (wenn es eben locker ist). Er pendelt ja nur nicht, wenn er festgehalten wird.
| Zitat: |
Original von Rezo
Edit: Ich dachte aber, die Bewegung im Tölt sei grundsätzlich dieselbe wie im Schritt. Darum verstehe ich gerade nicht, warum der Rückenmuskel nichts tun sollte. |
Sieht Tölt aus wie Schritt? Fühlt sich Tölt an wie Schritt? Ist Tölt Schritt? Nein? Dann wird es wohl was anderes sein und darf auch anders funktionieren.
Geschrieben von Wisy am 17.02.2015 um 11:28:
Wie spannend

. Stechmücke, weißt du zufällig noch, in welchem Thread das schon mal diskutiert wurde?
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 11:36:
Wisy, Stechmücke meint sicher diesen Thread:
http://dasgangpferdeforum.de/thread.php?threadid=5394&hilight=heuschmann
Und nein Stechmücke, logischerweise ist Tölt nicht gleich Schritt, dennoch ist die Bewegung ja sehr ähnlich.
Okay, ja wenn er immernoch fliesst, ist das was anderes. Für mich klang dein Beitrag so, als würde der lange Rückenmuskel im Tölt nichts machen, d.h. in sich nicht bewegen. Und dann fände ich es unlogisch, dass sich der Schweif trotzdem bewegt.
Geschrieben von stechmuecke am 17.02.2015 um 11:44:
der link von Rezo beinhaltet glaub was und hier ist auch was:
tölt mit schwingendem rücken
Rezo: nein, nein, "nichtstun" ist wirklich nur passiv

Die Bewegung ist ähnlich, genau, aber eben nicht gleich. Es wird immer wieder so dargestellt, dass Tölt dem Schritt eben sehr ähnlich ist, und er ist ja auch dem Schritt ähnlicher als dem Trab oder Galopp. Aber ich denke, dass der Tölt nach wie vor ein Stiefkind ist, das etwas vernachlässigt wird, sowohl in der Reitlehre als auch in der Biomechanik.
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 11:53:
| Zitat: |
Original von stechmuecke
Rezo: nein, nein, "nichtstun" ist wirklich nur passiv
Die Bewegung ist ähnlich, genau, aber eben nicht gleich. Es wird immer wieder so dargestellt, dass Tölt dem Schritt eben sehr ähnlich ist, und er ist ja auch dem Schritt ähnlicher als dem Trab oder Galopp. Aber ich denke, dass der Tölt nach wie vor ein Stiefkind ist, das etwas vernachlässigt wird, sowohl in der Reitlehre als auch in der Biomechanik. |
Das ist so, man findet nämlich überhaupt nichts in den üblichen Büchern

Schade, echt... Aber dem wird wahrscheinlich in der Forschung auch kaum Beachtung geschenkt. Gemäss den Beiträgen aus "meinem" Link weiter oben hatte sich Heuschmann damals ja selbst nicht mal wirklich mit der Materie befasst.
Edit: Mir kommt grade in den Sinn, dass Branderup mal an einem Kurs etwas zum Thema Tölt/Schweif/Pendeln gesagt hat (irgendwie.... "und darum pendelt der Schweif im Tölt so schnell" oder so ähnlich

). Weiss aber nicht mehr genau was

Wenns geht, frage ich ihn beim nächsten Kurs.
Geschrieben von Zambezi am 17.02.2015 um 15:07:
Ob ein Pferd locker läuft oder nicht, ist doch relativ einfach zu erkennen ... ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein einzelnes Körperteil herauszupicken und es als Indikator für irgendetwas zu nehmen
Solange der Schweif nicht schief gehalten oder eingeklemmt wird oder senkrecht nach oben steht, hält sich seine Aussagekraft in Grenzen. Ob und wie hoch er getragen wird, ist von Rasse zu Rasse und von Pferd zu Pferd unterschiedlich, würde ich sagen.
Wenn diese Erklärung mit der Schweifhaltung korrekt wäre, müsste das RMH in Bylgias zweitem Video ja locker laufen, weil es seinen Schweif trägt, aber das tut es nicht. Das Pferd läuft spannig, passig und hält sich im Rücken fest.
Der Tölt hat zwar diesebe Fußfolge, aber eine sehr viel höhere Frequenz als der Schritt, die Hinterbeine bewegen sich in einem schnellen Rechts-links-Rhythmus und wenn der Schweif locker ist, überträgt sich diese Rechts-links-Bewegung, dadurch entsteht die Töltwelle.
Geschrieben von Rezo am 17.02.2015 um 16:01:
| Zitat: |
Original von Zambezi
Ob ein Pferd locker läuft oder nicht, ist doch relativ einfach zu erkennen ... ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein einzelnes Körperteil herauszupicken und es als Indikator für irgendetwas zu nehmen
....
Wenn diese Erklärung mit der Schweifhaltung korrekt wäre, müsste das RMH in Bylgias zweitem Video ja locker laufen, weil es seinen Schweif trägt, aber das tut es nicht. Das Pferd läuft spannig, passig und hält sich im Rücken fest.
|
Meinst du damit mich?
Ich wollte mit meinen Texten sicher nicht sagen, dass der Schweif DER Indikator für irgendetwas ist. Und schon gar nicht, dass wenn er etwas angehoben ist, das Pferd automatisch locker ist
Meine Aussage ist die, dass man AUCH am Schweif viel erkennen kann. Nicht mehr und nicht weniger.
PS: Anstatt Schweif schreiben meine Finger dauernd Schweiz
Geschrieben von Zambezi am 17.02.2015 um 16:25:
Rezo, Dich hab ich damit nicht gemeint, meine Aussage bezog sich auf das, was Bylgia ursprünglich über das Argument ihres Gesprächspartners geschrieben hat:
| Zitat: |
Original von Bylgia
Das Argument war genau über eben das. Mein Gegenüber findet, nur wenn das Pferd den Schweif im Tölt min. eine "faustbreit" hebt, läuft es entspannt.
|
Diese Aussage mit der "Faustbreit" kann ich so aus meiner Erfahrung heraus nicht bestätigen. Manche Pferde tragen ihren Schweif so und sind dabei locker, andere tragen ihn so und sind dabei trotzdem nicht locker und manche sind locker, obwohl sie ihren Schweif nicht so tragen.
Geschrieben von Bylgia am 17.02.2015 um 17:36:
@Zambezi: Muss nicht unbedingt jetzt 10 oder 20 oder 0.5 cm sein.
Ich fand es einfach aus Prinzip eine Spannende Diskusion
Bis jetzt war ich immer mehr oder weniger der Meinung, dass der Schweif bei einem entspannten Pferd, locker und "unaufgestellt" mitpendelt.
Sowohl im Schritt, wie auch im Tölt/Galopp u.s.w.
Das war so bei meiner Naturtölter-Isistute und das ist so bei Speeda.
Sobald Speeda etwas vespannt ist, stellt sich pronto der Schweif auf.
Ist aber wirklich gut möglich, dass es von Pferd zu Pferd b.z.w. Rasse zu Rasse oder Exterieurtyp verschieden ist
Ich fand's/finde es einfach einen total spannende Frage.
Geschrieben von Mior1 am 18.02.2015 um 07:11:
| Zitat: |
Original von Bylgia
.......
Bis jetzt war ich immer mehr oder weniger der Meinung, dass der Schweif bei einem entspannten Pferd, locker und "unaufgestellt" mitpendelt.
Sowohl im Schritt, wie auch im Tölt/Galopp u.s.w......... |
bei totaler Entspannung mag das zutreffen, aber Tragkraft ist nicht gleich Entspannung, mit Reiter sollte das Pferd nie so entspannt sein, dass es gar nicht trägt - positive Körperspannung natürlich
der Schweif ist die Verlängerung des Rückens und wenn der sich wölbt, dann muss sich auch der Schweif wölben, sonst trägt es nicht richtig
allerdings kann sich ein Schweif auch aus Verspannung aufstellen - dann meist jedoch "zu hoch" und sichtbar nicht locker
Geschrieben von Rezo am 25.02.2015 um 07:53:
so ich konnte mal noch meine super tolle reitlehrerin fragen, wie das so ist. folgendes kam zurück:
Wenn sich der Schweif eine Faust hoch anhebt deutet dies für mich bereits auf Spannung hin. Ich strebe an, dass ich ein kleines bisschen unter dem Schweif durchgucken kann, mehr nicht. Er soll somit locker und nicht eingeklemmt sein. Da er die Verlängerung der Wirbelsäule ist, soll er sich jeweils leicht in die Biegungsrichtung mitbewegen. Damit dies möglich ist, muss die Muskulatur um die Wirbel locker sein. Ist diese Muskulatur fest und angespannt verkürzt sich zwangsweise die Wirbelsäule und der Rücken macht fest anstatt zu schwingen. Mit dem lösen meinte ich folgendes: Wenn starke Spannungen vorhanden sind und die Wirbelsäule und die entsprechende Muskulatur gelöst wird, passiert es sehr gerne, dass die Pferde den Schweif leicht durchstrecken und aufstellen um die Spannungen so loslassen zu können. Dies aber jeweils nur für einen kurzen Moment. Wenn man in Biegung und Stellung töltet, bleibt alles gleich, wie beschrieben. Da sich der Rückenschwung aber im Tölt anders verhält als im Schritt, Trab und Galopp, ändert sich die Art der Schwingung. Man erkennt dann im Schweif eine leichte Wellenbewegung von oben nach unten, die sogenannte Töltwelle.
Geschrieben von Felischa am 25.02.2015 um 18:52:
| Zitat: |
Original von Topsy
Was mir in dem Zusammenhang aufgefallen ist:
manche Pasos haben sogar voll das dicke Lederzeug als Verlängerung des Schweifriemens, der die Schweifrübe verdeckt.
D.h. wenn es bei den Pasos üblich wäre, dass sie ihren Schweif anheben, dann würde dieses Lederzeug sogar sehr stören.
Alleine darin sieht man schon - würde ich jetzt sagen - dass das Schweifheben bei den Pasos eher unüblich ist.
Ja, es kommt auf die Rasse an.
Einen verspannten Rücken sieht man dann eher dadurch, dass der Schweif schief gehalten wird (nach rechts oder links), aber nur durchs "Nicht-Anheben"?! Nein. |
Auf diesem Bild sieht die Schweifhaltung jetzt nicht wirklich verspannt aus, aber wie man an dem angezogenen Zügel sieht stand diese Paso Peruano Stute mehr als nur unter Spannung
hier lief sie locker und taktklar undter einem anderen Reiter
und hier bei Tonnenrennen, wie man sieht wird das Ledergeschirr leicht angehoben, klemmen sollte ein Peruano also auch nicht.

Geschrieben von Mior1 am 25.02.2015 um 21:54:
Rezo, toll erklärt von Deiner RL!
Ich würde nur evtl diese absoluten Angaben, wie Faustbreit/Handbreit, oder ähnliches etwas relativieren, und sagen, dass der Schweif locker aufgestellt sein muss, wobei die Höhe zur Kruppe bzw zur Winkelung dieser passen muss
bei einem lockeren Schweif müsste die Linie entlang der Schweirübe ohne "Knick" in die Wirbelsäule übergehen, und im Winkel zu der Linie passen, mit der die Hüfte abkippt
das ist auf den Fotos von Felischa gut zu sehen - danke fürs Einstellen
Geschrieben von Topsy am 26.02.2015 um 17:18:
@Felischa:
Der Unterschied zwischen Bild 1 und 2 ist echt deutlich und sagt alles!
Beim 3. Bild sieht man aber (durch das Lederzeug) gar nichts, also ich jedenfalls nicht!
Geschrieben von Escapada am 26.02.2015 um 17:45:
Bei Foto 1 ist keiner entspannt - weder Pony noch Reiterin. Die Reiterin sitzt nämlich auch nicht richtig, sie steht eher in den Bügeln. Foto 2 passt da besser.
Geschrieben von Felischa am 27.02.2015 um 11:47:
| Zitat: |
Original von Escapada
Bei Foto 1 ist keiner entspannt - weder Pony noch Reiterin. Die Reiterin sitzt nämlich auch nicht richtig, sie steht eher in den Bügeln. Foto 2 passt da besser. |
da gebe ich dir voll recht, hätte ich die Zügel auch nur eine handbreit nachgegeben wäre sie losgeschossen, das ist kein entspanntes reiten.
Der Grund war das hinter uns mehrere Pferde kamen und das kann Felischa überhaupt nicht ab wenn sie ein Fohlen hat. ( Siegerehrung da drehen einige gerne auf )
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