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Geschrieben von Encanto am 19.08.2022 um 21:20:

  Pferd ist wieder schreckhaft geworden

Hallo,

ich habe ein Problem mit meinem Pony und zwar ist er wieder extrem schreckhaft. Als ich ihn vor 8 Jahren bekam war das auch so und wir hatten viel daran gearbeitet. Ich war anfangs nur mit ihm spazieren und dabei hatte er mir einmal durch seine Schreckhaftigkeit fast den Arm ausgekugelt und einmal hatte er mich zu Boden gerissen. Nach einer Weile wurde es besser, auch beim Reiten. Er machte zwar immer noch hin und wieder einen kleinen Satz oder stoppte auch mal aber das ist für mich okay. Wir sind dann umgezogen und ich befürchtete schon, dass es wieder los geht, aber er lief super. Sogar noch ruhiger als vorher. Selbst als er länger gestanden hatte war er beim ersten Ausritt absolut lieb und entspannt. Nun sind wir wieder umgezogen, wieder in die Nähe unserer alten Heimat zurück. Seither ist er wieder wie am Anfang total schreckhaft. Vor allen Dingen im Wald ist er extrem angespannt und fast nur am Piaffieren. Habe es dann mit Feldwegen versucht und da drehte er so auf, dass ich befürchtete dass er los stürmt. Nun bin ich natürlich auch recht unsicher geworden und mir ist schon beim Aufsteigen mulmig. Auch tut die Hoppserei und Piaffiererei meinem Rücken überhaupt nicht gut und ich habe hinterher tagelang Kreuzschmerzen. Habe jetzt zwar eine Runde gefunden auf der er etwas entspannter gegangen ist. Aber alles andere, wie gesagt vor allen Dingen im Wald dreht er total auf.
Nun habe ich mir das ein oder andere "Beruhigungsmittel" in Form von Kräutern, Bachblüten o. ä. angeschaut und wollte mal wissen ob Jemand von Euch da irgendwelche Erfahrungen gemacht hat? Ist mir natürlich schon klar, dass ich auch an mir arbeiten muss, da wir uns gegenseitig sicherlich hochschaukeln. Aber sobald er nicht mehr ganz so aufdreht geht auch bei mir die Anspannung zurück. Dann kann ich ihm die nötige Sicherheit geben. Aber so lange er so panisch ist funktioniert das einfach nicht.

LG Martina



Geschrieben von Filou am 19.08.2022 um 23:00:

 

Hallo, mein Paso war am Anfang auch recht schreckhaft und uns hat Magnesium als Kur gut geholfen. Ich habe es ihm zweimal im Jahr über mehrere Wochen gegeben, immer wenn ich das Gefühl hatte, dass er wieder angespannter ist. Dadurch wurde er weniger angespannt/ aufgedreht und so wurde auch ich entspannter.
Seit wir vor zwei Jahren den Stall gewechselt haben, braucht er es gar nicht mehr.
Ich habe aber tatsächlich nachgelesen, dass Magnesiummangel zu Schreckhaftigkeit führen kann. Vielleicht ist das ja was für euch?
VG



Geschrieben von Morgaine am 20.08.2022 um 09:45:

 

Es scheint ja eindeutig der Ortswechsel die Ursache zu sein, also einfach abwarten...(sagt sich so leicht). Magnesium zufüttern kann man sicherlich auch versuchen.
Oder mal einen TA die Augen anschauen lassen ob da vieleicht etwas ist.

Mein Erdfarbsteak ist ja auch so, selbst ein Paddockwechsel (ohne Herdenveränderung, ohne Hofveränderung) kann sowas bei ihr verursachen. Ich grusele mich schon vor Oktober wenn sie in den Winterpaddock kommen...
Aber wenn man weiß warum und dass es auch wieder aufhört kann man das vielleicht etwas lockerer sehen.

M.



Geschrieben von Lieschen am 20.08.2022 um 12:07:

 

Bei uns liegt die Ursache vielleicht etwas anders, weil mein Pony PSSM2 hat, aber auch sie hatte zuletzt schlimme Phasen mit Explosivität und Gespenster sehen... Seit wir die Ernährung optimiert haben (kein Getreide, Luzerne und Soja), mehr Eiweiß und ein passendes Mineralfutter, ist die Schreckhaftigkeit eigentlich nicht mehr vorhanden. Sie gruselt sich nur noch manchmal ein wenig, aber ohne größere Reaktionen...

Vielleicht ist durch den Ortswechsel und anderen Boden bei euch die Futterzusammensetzung jetzt ein wenig anders...? Kopfkratzen



Geschrieben von stechmuecke am 20.08.2022 um 13:25:

 

Mein PF-Wallach war nach dem Umzug völlig neben sich. Ich bin kein ängstlicher Mensch, was den Umgang mit Pferden betrifft. Ich habe mit ihm aber keinen Schritt ins Gelände gewagt (spazierend, wohl gemerkt!). Ich habe abgewartet, ihn am Stall gearbeitet. Ins Gelände nur kurze Runden, am Anfang sogar nur mit Begelitpferd. Inzwischen (nach 2 Jahren) läuft er große Runden problemlos als Handpferd oder auch spazierend allein, sogar mit kleinem Kind auf dem Rücken. Das Vertrauen ist (wieder) voll da. Reiten tu ich ihn eh nicht wirklich, im Gelände gar nicht. Muss er auch nicht mehr. Er ist 26.
Die Stressis sind da einfach gleich drüber, so meine Erfahrung. Wenn irgendwas nicht ganz passt, dann dauert es u.U. sehr lange, bis sie wieder in alles Vertrauen haben.
Wenn man dann als Mensch auch keine Sicherheit geben kann (konnte ich ganz am Anfang auch nicht und habe das tatsächlich mit einer Trainerin gemacht), dann ist aus. Ich habe die Situationen vermieden, weil ich den Stress nicht wollte.



Geschrieben von Encanto am 20.08.2022 um 20:49:

 

Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Das tröstet mich etwas, dass es Euch auch schon so ergangen ist.

Filou, das habe ich auch gerade gelesen, kannst Du evtl. ein Produkt empfehlen?

Morgaine, ja ich denke auch, dass es am Ortswechsel liegt. Es hatte mich nur gewundert, dass ihm der Ortswechsel davor anscheinend nichts ausgemacht hatte. Und jetzt reagiert er wieder wie am Anfang.
Da ich den TA sowieso für die Zähne holen wollte kann er sich auch gleich mal die Augen anschauen. Aber da wir das ja schonmal hatten und es dann wieder weg war denke ich mal, dass es evtl. nicht an den Augen liegt.

Lieschen, wie hast Du das passende Mineralfutter für Euer Problem gefunden? Er bekommt im Moment 3 x die Woche Grascobs, Luzerne je 2 Hände voll dazu Kräuter von Pernaturam und 4 x die Woche das getreidefreie Mash von Agrobs plus 1 Hand voll getreidefreies Müsli von Agrobs. Mineralfutter haben wir auch das von Agrobs.

Stechmuecke, ja das stimmt, am Anfang hatten wir auch lange gebraucht bis er halbwegs ruhig im Gelände gegangen ist. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass wir wieder so weit zurück fallen.
Mir war das auch zu stressig und deshalb habe ich ihn in den letzten Monaten dann gar nicht mehr geritten und lieber unseren alten Paso genommen. Mit ihm konnte ich dann ganz entspannt durchs Gelände reiten und genießen.
Aber jetzt muss ich mich doch mal wieder an den Kerl rantrauen denn er ist natürlich total unterfordert und macht nur noch Blödsinn.
Leider wohne ich auf dem Land und habe weit und breit keinen Trainer und auch keinen Reitplatz.



Geschrieben von Lieschen am 20.08.2022 um 22:07:

 

Das Mineralfutter wurde uns von der Tierärztin empfohlen, es ist das Complex 711 von Dr.Maroske. Ich gebe allerdings deutlich weniger als die empfohlene Höchstmenge, 10g/100kg Pferd.
Zusätzlich füttere ich zu Heu und Gras täglich noch 700g MyoProtein Flakes von Agrobs, 100g Leinkuchen und 30g Proteinpulver, garniert mit 50ml Leinöl. Für die PSSM-Muskulatur gebe ich auf tierärztliche Empfehlung, je nach Belastung, noch etwas Magnesium (vom Discountfuttershop) und Vit.E dazu.

Das Pony ist 1,54m groß und wiegt 500kg großes Grinsen . Sie neigte bisher dazu schnell dick zu werden, jetzt sieht sie gerade sehr gut aus, was die Figur betrifft... Laut aktuellem Blutbild ist sie momentan optimal versorgt. Im Winter und bei intensiverem Reiten soll ich die Fütterung wieder anpassen.

Meiner anderen Stute kann ich übrigens keine Luzerne füttern, die wird davon so richtig blöd und scheut vor allem und nix.



Geschrieben von Svartur17 am 21.08.2022 um 11:19:

 

@ Encanto: Kann es sein, daß Du den Thread verwechselt hast? Das paßt so gar nicht zur Schreckhaftigkeit von Morgaines Stute. großes Grinsen



Geschrieben von Filou am 21.08.2022 um 15:43:

 

Encanto, ich bin gerade im Urlaub und weiß nicht mehr auswendig, welches Magnesium ich hatte. Ich schaue aber gern nach, wenn ich wieder zu Hause bin.



Geschrieben von Zambezi am 21.08.2022 um 20:49:

 

Magnesium würde ich auf alle Fälle mal probieren, bei uns hat sich die Pelletform bewährt. Wenn das Futter eh eingeweicht wird, kann man aber auch ein Pulver nehmen.
Mein Herzchen hatte ja Anfang des Jahres einen Sehnenschaden und musste monatelang stehen. Damit er beim Spazierengehen noch händelbar war, habe ich Kristallkraft Mental Balance zugefüttert. Hat auch geholfen, fand ich.
Ansonsten hab ich schon öfters die Ewalia-Säfte kurmäßig zugefüttert, da gibt es einen "Nervensaft". Den hab ich selber noch nicht ausprobiert, wäre aber sicher auch einen Versuch wert. Die Säfte sind auf Kräuterbasis und zuckerfrei.



Geschrieben von Encanto am 21.08.2022 um 21:01:

 

Lieschen, vielen Dank nochmal für Deine Antwort, das Mifu schaue ich mir mal an. Werde aber für alle Fälle auch nochmal ein Blutbild machen lassen.
Ja etwas zu dick ist er auch, aber ihm fehlt auch die Bewegung.

Svartur17, Schulter zucken fröhlich

Filou, oh das wäre lieb danke



Geschrieben von Encanto am 21.08.2022 um 21:23:

 

Zambezi, Kristallkraft hatte ich auch entdeckt. Das ist schonmal gut zu wissen, dass Du damit gute Erfahrungen gemacht hast. Diesen Nervensaft schaue ich mir auch mal an, danke für den Tipp.

Gebt Ihr das Magnesium einfach so nach Gefühl mit drunter oder nach vorheriger Blutuntersuchung?



Geschrieben von Marianna am 21.08.2022 um 22:17:

 

Wir füttern auch ähnlich wie Lieschen. Unsere Pferde waren 8 Wochen bei meiner Freundin und waren da von der ersten Minute an völlig entspannt. Manchmal verursacht jemand wie unser Motorradidiot den Pferden einfach Stress. Ich habe leider 20 Jahre gebraucht um es zu verstehen. Mit unserem zweiten Stall und unserer ständigen Anwesenheit klappt es gerade recht gut. Die Pferd sind seit zwei Wochen wieder bei uns. Wir werden auch immer wieder darauf angesprochen wie ausgeglichen und entspannt beide Pferde zur Zeit sind. Bei meiner Freundin haben wir übrigens gleich wie bei uns gefüttert. Es gab auch unser Heu und unser Stroh. Angel hat auch kein Kotwasser mehr. Das hatte sie einmal bei meiner Freundin und da hatte sie sich davor in den Stromzaun gewälzt.



Geschrieben von Lieschen am 22.08.2022 um 11:53:

 

Zitat:
Original von Encanto
Gebt Ihr das Magnesium einfach so nach Gefühl mit drunter oder nach vorheriger Blutuntersuchung?


Im unserem Mineralfutter ist eigentlich schon genug Magnesium enthalten, zusätzlich gebe ich es je nach Belastung und Gefühl.

Mit meiner Fibromyalgie habe ich auch zusätzlichen Bedarf an Magnesium, ich bin deutlich "steifer" wenn ich zu wenig nehme... Augenzwinkern



Geschrieben von Encanto am 22.08.2022 um 20:05:

 

Heute war noch eine Bekannte von mir da, sie ist Tierheilpraktikerin und hat uns noch ein paar Globulis verordnet und einige Akupunkturnadeln gesetzt. Bin mal gespannt!


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