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Geschrieben von *sam* am 17.12.2014 um 13:02:
Mineralfutter lässt sich wunderbar in Heucobs verstecken.Oder in Hafer, wenn zusätliche Energie benötigt wird. Und der Vitamingehalt der Karotten ist tatsächlich zu vernachlässigen - wenn Rau- und Mineralfutter stimmt, hat Pferd alles, was es braucht.
Dem gemäß würden bei einer regelmäßigen Fütterung von Saftfutter eher die Nachteile überwiegen.
Wobei ich nicht glaube, dass Du mit der geringen Menge, die Du Deinen Pferden fütterst, diese tatsächlich "krank fütterst".
Ich persönlich sehe da primär den finanziellen Aspekt und investiere dann lieber in gutes Mineral- und Raufutter.
Karotten, klein geschnitten als Verstärkerleckerchen gibt`s allerdings bei uns auch.
Geschrieben von Ljomi am 17.12.2014 um 13:56:
Hallole,
seid ihr sicher, dass in Karotten Zucker drin ist. Also der Zucker, der im Körper mit Insulin "verarbeitet" wird ....und damit ein Reheauslöser sein kann.
Mein Mann ist Diabetiker und muss Karotten beim Spritzen nicht anrechnen. Egal wie viel er isst.
Geschrieben von Zambezi am 17.12.2014 um 14:08:
| Zitat: |
Original von Helmingur
Erkrankungen des Metabolismus sind selten auf einen einzigen Faktor herunterzubrechen.
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Seh ich auch so, die Dosis macht das Gift und letztlich kommt es immer aufs Pferd an (klein, groß, leichtfuttrig, schwerfuttrig, Arbeitspensum usw.) und was sonst noch so gefüttert wird. Wenn ein Pferd schon 5 Kilo KraFu pro Tag bekommt, ist es wahrscheinlich nicht so ratsam, ihm noch 2 Kilo Karotten zusätzlich zu geben
Der Zuckergehalt von Karotten liegt grade mal bei 2% (zum Vergleich: der Zuckergehalt von Hafer liegt bei 1,2%), immerhin bestehen Karotten zu fast 90% aus Wasser.
Geschrieben von Zambezi am 17.12.2014 um 14:13:
| Zitat: |
Original von Ljomi
Hallole,
seid ihr sicher, dass in Karotten Zucker drin ist. Also der Zucker, der im Körper mit Insulin "verarbeitet" wird ....und damit ein Reheauslöser sein kann.
Mein Mann ist Diabetiker und muss Karotten beim Spritzen nicht anrechnen. Egal wie viel er isst. |
Wie gesagt, der Zuckergehalt von Karotten liegt bei 2%. Wenn Dein Mann 200 Gramm Karotten isst, sind das 4g Zucker ... inwieweit das "insulinrelevant" ist, weiß ich leider nicht.
Geschrieben von Smartie am 17.12.2014 um 14:14:
Zum finanziellen Aspekt:
Hier kosten 20kg Karotten 4€, also bei 2 Sack die Woche, sind es ~1,60€ pro Pferd.
Also ~7 € im Monat für die 4-5 Monate Winter.
Meine Heu/ Heulage Kosten betragen so oder so ca. 25-30€ pro Pferd
Ich gebe die Karotten nicht als Mineralien-Ersatz o.ä.,
sondern u.a. damit die Pferde neben dem Rau-, Mineral- und wenigem Kraft-Futter noch was fressen können. Und die zusätzlichen Carotinoide sind ja grundsätzlich gut für Fruchtbarkeit, Fell etc.
Interessant finde ich hier die unterschiedlichsten Einschätzungen, ob ein Kilo nun viel zu viel oder nur eine eher geringe Menge ist!
Geschrieben von hochelfe am 17.12.2014 um 14:15:
| Zitat: |
Original von Ljomi
Mein Mann ist Diabetiker und muss Karotten beim Spritzen nicht anrechnen. Egal wie viel er isst. |
sorry fürs OT, hab grade extra nochmal gegoogelt. 100g rohe Karotten haben knapp 0,5 BE. nicht sehr viel, könnte man aber mit brerechnen
(ich geh nachher nochmal gucken was mein schlaues kalorien mungerecht Buch dazu vorschlägt...)
@Smartie, ich finde es nicht viel. Deine sind ja echt alle groß und auch nicht dick. ich würde auch gerne mehr füttern (der Tüddeltrieb), aber dann werden die Herren schnell zu dick (sie sind ja auch recht klein)
Geschrieben von Helmingur am 17.12.2014 um 14:18:
Es macht schon einen Unterschied, welche Art von Zucker drin ist.
Fructose wird insulinunabhängig aufgenommen, Glucose nicht.
Fructose scheint dafür schneller dafür zu sorgen, dass Fettdepots angelegt / ausgebaut werden.
Leider find ich über's Netz gerade keine so besonders tolle Seite, die verrät, welche Zucker"art" sich in Karotten versteckt (vielleicht ist es ja auch nicht nur eine).
Geschrieben von Vinja am 17.12.2014 um 14:44:
Kenne ein Gestüt wo die Mitarbeiter jeden Tag für 40 Isis säckeweise Möhren schnibbeln mussten. Immer schön die Köpfe ab, da sich da die Giftstoffe sammeln
Geschrieben von Baron am 17.12.2014 um 15:30:
Karotten werden von Menschen nicht Kiloweise gefuttert, aber bei der von dir beschriebenen Menge wäre mir der Zuckergehalt (auch für ein großes Pferd) schon deutlich zu hoch pro Tag.
Ebenso Äpfel, da gibt es hin und wieder mal Einen oder einen halben, aber auf keinen Fall mehrere am Tag oder an mehreren Tagen hintereinander.
Auch Gras enthält eher wenig Zucker, trotzdem löst in manchen Situationen das Fruktan darin Reheschübe aus.
Geschrieben von Zambezi am 17.12.2014 um 16:34:
| Zitat: |
Original von Baron
Auch Gras enthält eher wenig Zucker, trotzdem löst in manchen Situationen das Fruktan darin Reheschübe aus. |
Schwer zu sagen ... der Fruktangehalt im Gras unterliegt ja sehr starken Schwankungen. Außerdem frisst ein Pferd, das im Sommer 24 Std. Weidegang hat, locker mal 40 kg Gras am Tag, da können sich ganz schöne Zuckermengen zusammenläppern ... die Zuckermenge in einem Kilo Karotten ist verglichen damit lächerlich gering.
Geschrieben von Felischa am 17.12.2014 um 17:29:
Das Problem ist leider auch immer, der eine vertägt es der andere nicht.
Ich versuche mit Augenmass zu füttern und bis jetzt habe ich zumindest noch nchts negatives festgestellt...ausser das sie immer zu fett werden im Sommer... *hust*
Geschrieben von Villo am 17.12.2014 um 21:27:
Glucose und fructose können schon im Dünndarm aufgenommen werden und sind daher wesentlich weniger rehegefährlich als fruktane. Fruktane gelangen in den Blinddarm und bereiten dort die Probleme. Den Zuckergehalt in 1 kg Möhren kann man bei gesunden Pferden wirklich vernachlässigen.
Genau so wie übrigens der Kaliumgehalt. 1kg karotten entalten ca 3-6g k, 1kg heu etwa 15-30g, je nach dem ob Gülle gedüngt wurde...
Geschrieben von *sam* am 17.12.2014 um 21:56:
| Zitat: |
Original von Smartie
Und die zusätzlichen Carotinoide sind ja grundsätzlich gut für Fruchtbarkeit, Fell etc.
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Echt ? Ist mir völlig unbekannt bis dato. Hast Du da vielleich Quellen zu ? Bei Bender finde ich nichts ...
Geschrieben von *sam* am 18.12.2014 um 14:42:
Die Grenze zwischen Allgemeinwissen und Alltagsglaube ist manchmal sehr, sehr schmal - siehe den bekanntenten Stereotypen zu "Eisen im Spinat"
Danke für die Links !
Geschrieben von *sam* am 18.12.2014 um 14:53:
In sämtlichen Artikeln wird beschrieben, wie sich ein Vitamin-A - Mangel auswirkt.
Ein ausreichend mit gutem Raufutter und Mineral versorgtes Pferd wird keinen Mangel entwickeln.
Ganz nebenbei sind zwei der Artikel von einem Futtermittelhersteller in Auftrag gegeben, der ein Carotinpräparat vermarkten möchte ...
Die Notwendigkeit bzw. Explizit die Vorteile einer Zufütterung von ß-Carotinhaltigen Futtermitteln geht daraus nicht hervor.
Geschrieben von Smartie am 18.12.2014 um 18:32:
Äh, wieso kommt ihr denn jetzt mit dem Argument Überversorgung?
Es steht doch wohl nicht zur Debatte,
dass in HEU niemals soviel Carotin sein kann, wie es in frischem Gras ist, oder?
Und in herkömmlichen Mineralfutter ist meines Wissens nach, auch kein beta-Carotin enthalten. Und ob zugeführtes Vitamin A aus dem MiFu so gut resorbiert werden kann, ist nach dem was ich bisher gelesen habe auch noch gar nicht bestätigt (war in einer Veröffentlichung von "Futterexpertin Ellen Kienzle", finde ich gerade nicht wieder).
Insgesamt wundere ich mich, dass hier beim Pferd das natürliche Futter für manche "gefährlicher" zu sein scheint, als "Futterergänzungsmittel" im MiFu
Während aus meinem Umfeld fast 90% der Menschen Vitaminpillen etc. ablehnen (wohl ganz gut, s. Helmingurs Beitrag), und dafür den Verzehr von frischem Obst und Gemüse propagieren.
Inzwischen ist meine Haupt-Argumentationsgenerin übrigens etwas zurückgerudert und hat immerhin das gepostet (sie hat irgendwie Pferdewissenschaften im Ausland studiert):
| Zitat: |
nur in Stichpunkten, weil ich den ganzen Text nicht abschreiben will)
- Karotten in MAßVOLLEN Megen sind für Pferde geeignet
- in größeren Mengen bringen sie zu viel Zucker, zu viel Pektin sowie erhebliche Nitratbelastung
- schon die kleinsten Fäulnisstellen (teilweise auch fast unsichtbar) steigern das Allergierisiko enorm
- bei Kolik und Hufrehegefährdeten Pferden keinesfalls füttern
- oft sind Möhren durch Dünger, Pflanzenschutzmittel und andere chemische Stoffe belastet --> Biomöhren nehmen!
- Pferde mit Durchfall oder Kotwasser dürfen keine Karotten bekommen, da Karotten abführend wirken und es im Darm zu Fehlgärungen kommen kann
- Karotten fördern (im Gegensatz zu vielen Behauptungen z.Z.) das Wachstum von Darmbakterien
- Richtlinie: zwei bis drei Karotten am Tag
- füttert man mehr, verschiebt sich die Darmflora
- ausschließlich das ß-Carotin spielt in der Pferdefütterung eine Rolle, sonst sind sie völlig irrelevant
Quellen:
Dr. Christina Fritz "Pferde fit füttern"
Dr. Andrea Ellis "Nutritional physiology of the horse"
David Frape "Equine Nutrition and Feeding"
Meyer/Coenen "Pferdefütterung"
Ich habe noch sehr viele andere Quellen. Unter anderem auch Texte von meinen Professoren etc.
Ich werde hier jetzt allerdings nicht alles abschreiben |

Ach ja, sie konnte mir die Frage auch nicht beantworten, wie ich im Winter "genug Carotinoide" in die Zucht-Pferde bekomme, wenn ich weder entsprechende Mengen Karotten, noch die entsprechenden Präparate füttern soll ...
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